Alan Gilbert dirigiert "Porgy and Bess"

Sopranistin Elizabeth Llewellyn singt die Bess.

Die Elbphilharmonie ist nicht "nur" ein Konzertsaal mit einer besonderen Atmosphäre und transparentem Klang. Sie kann sich auch in eine spektakuläre Opernbühne verwandeln. Das hat Alan Gilbert etwa mit den Aufführungen von György Ligetis "Le Grand Macabre" im Mai 2019 mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester demonstriert - und das zeigt er auch beim Internationalen Musikfest 2021.

Internationales Musikfest Hamburg
Fr, 21.05.2021 | 20 Uhr
Sa, 22.05.2021 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen jeweils um 19 Uhr im Großen Saal

Alan Gilbert Dirigent
Morris Robinson Bass (Porgy)
Elizabeth Llewellyn Sopran (Bess)
Chauncey Packer Tenor (Sporting Life)
Lester Lynch Bariton (Crown)
Norman Garrett Bariton (Jake, Simon Frazier)
Golda Schultz Sopran (Clara)
Cameo Humes Tenor (Robbins, Mingo, Peter, Crabman)
Mary Elizabeth Williams Sopran (Serena)
Tichina Vaughn Mezzosopran (Maria, Lily, Annie, Strawberrywoman)
Njabulo Madlala Bariton (Jim, Undertaker)
Louisa Muller Regie
NDR Elbphilharmonie Orchester

GEORGE GERSHWIN
Porgy and Bess - Oper in drei Akten
(halbszenische Aufführung in englischer Sprache)

In Kooperation mit HamburgMusik

Weitere Informationen zum Ticketing für dieses Konzert folgen am 23. Juni.

In meinen Kalender eintragen
Das Thema im Talk

IDEAS | On Music: "Porgy and Bess"

17.05.2021 20:30 Uhr
Nachtasyl des Thalia-Theaters

Alan Gilbert und Susanne Stichler laden wieder Gäste zur Talkreihe des NDR Elbphilharmonie Orchesters ins Nachtasyl. Das Thema: "Porgy and Bess" und was bedeutet eigentlich Diskriminierung? mehr

Elbphilharmonie wird zur Opernbühne

Bild vergrößern
Morris Robinson ist Porgy.

So steht 2021 George Gershwins "Porgy and Bess" in der Regie von Louise Muller auf dem Programm des Internationalen Musikfests. Gershwins Broadway-Oper, in den Jahren 1934-35 entstanden, gilt heute als Meisterwerk des Komponisten und als beliebteste Oper aus den USA; Songs wie "Summertime" sind echte Hits geworden und weit über die Klassik hinaus bekannt.

Von der "wertlosen" Partitur zum Kassenschlager

Aber dieser Erfolg war nicht unbedingt abzusehen. Nach dem frühen Tod von Gershwin - er verstarb mit 38 an einem Gehirntumor - hielten seine Testamentsvollstrecker die Partitur für "wertlos". Das dürfte vor allem am Sujet gelegen haben.

Bild vergrößern
Golda Schultz übernimmt den Part der Clara.

Inspiriert vom Roman "Porgy" des Schriftstellers DuBose Heyward, erzählt die Oper die Geschichte des verkrüppelten Bettlers Porgy, der sich in die junge Bess verliebt und den brutalen Hafenarbeiter Crown ersticht, um sich und Bess zu beschützen. Als er nach nur einer Woche aus dem Gefängnis zurückkehrt, ist Bess allerdings mit dem Dealer Sporting Life über alle Berge.

Gegen den Zeitgeist

Bild vergrößern
Chauncey Parker in der Rolle des Sporting Life.

Eine Oper ohne Happy End, angesiedelt in einem heruntergekommenen Schwarzenviertel in South Carolina, bevölkert von einfachen Fischern, Rauschgiftsüchtigen und Arbeitslosen und vertont mit Einflüssen aus Spiritual und Jazz: das war für viele Opernbesucher und Kritiker in den 1930er und 40er Jahren noch ein absolutes No-Go.

Der unterschwellige bis explizite Rassismus, der sich in den Stimmen der damaligen Zeit artikuliert, ist leider in der jüngeren Vergangenheit wieder hoffähig geworden. Auch deshalb legt Alan Gilbert in seiner Auseinandersetzung mit Gershwins Oper ein besonderes Gewicht auf die Frage: Was bedeutet eigentlich "Diskriminierung"?