Dirigent Alan Gilbert und Musikerinnen und Musiker des NDR Elbphilharmonie Orchesters während einer Videoproduktion im Großen Saal der Elbphilharmonie Hamburg © Elbphilharmonie Hamburg Foto: Sophie Wolter

Lindberg & Neuwirth: Neue Musik aus der Elbphilharmonie

Stand: 08.03.2021 08:38 Uhr

Ein Konzerterlebnis der etwas anderen Art: die Videoproduktion des Werkes "Tempus fugit" von Magnus Lindberg sowie Olga Neuwirths "...miramondo multiplo...", gespielt vom NDR Elbphilharmonie Orchester.

Es sollte die fulminante Erstauflage eines neuen Festivals sein: Am 19. Februar wäre die Biennale "Elbphilharmonie Visions" an den Start gegangen. Zehn Tage lang hätten das NDR Elbphilharmonie Orchester, hochkarätige Gäste und weitere ARD-Rundfunkorchester in Zusammenarbeit mit der Elbphilharmonie eine "Momentaufnahme der gegenwärtigen Musikwelt" präsentiert, wie es Festival-Initiator Alan Gilbert vorschwebte.

Die Corona-Pandemie hat nun alles anders kommen lassen: Keine Live-Konzerte vor vollen Rängen, keine Gastspiele, stattdessen Video-Produktionen auf Abstand spielender Musiker ohne Publikum - so sieht die "Momentaufnahme der gegenwärtigen Musikwelt" eben aus. Doch auch für diese Produktion gilt: Raus aus der Nische und mit Neuer Musik mitten rein ins virtuelle Konzertleben.

Magnus Lindberg: "Tempus fugit" im Großen Saal der Elbphilharmonie

Eine Videoproduktion aus der Elbphilharmonie Hamburg:

Alan Gilbert Dirigent
Håkan Hardenberger Trompete
NDR Elbphilharmonie Orchester

MAGNUS LINDBERG
Tempus fugit
OLGA NEUWIRTH
...miramondo multiplo...

Und so gibt es seit 6. März um 20.30 Uhr ein Konzerterlebnis der etwas anderen Art zu sehen: Im Zentrum steht dabei Magnus Lindbergs 2017 mit überragendem Erfolg uraufgeführtes Werk mit dem assoziationsreichen Titel "Tempus fugit" ("Die Zeit flieht").

"Das Stück handelt vom Fließen, vom Verrinnen der Zeit, von sich überlagernden Zeitebenen", sagt Regisseur Alexander Radulescu. Gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Chefdirigent Alan Gilbert hat er sich Gedanken gemacht, wie man die klangintensive Partitur des finnischen Star-Komponisten in Corona-Zeiten an einem so besonderen Ort wie der Elbphilharmonie visuell adäquat präsentieren kann.

Die "Verbindung von altem Material und neuartigen Formen" und die "Auflösung von eindeutigen Raum-Ebenen" prägt Lindbergs Musik genauso wie die Architektur der Elbphilharmonie, so Radulescu. Und so ist in seiner Video-Aufzeichnung des Konzerts aus dem Großen Saal die Architektur des Aufführungsorts zum Bestandteil der Komposition geworden.

Olga Neuwirth: Trompetenkonzert "...miramondo multiplo..."

Das zweite Werk der am 6. März online gehenden Produktion ist Olga Neuwirths Trompetenkonzert "…miramondo multiplo…". Wie Lindberg hat sich die Österreicherin hier auf eine persönliche Erinnerungsreise in die Musikgeschichte begeben.

Der Trompeter Håkan Hardenberger im Porträt mit Instrument © Marco Borggreve Foto: Marco Borggreve
Håkan Hardenberger spielt das Konzert für Trompete "...miramondo multiplo..." von Olga Neuwirth.

In ihrer Bewunderung (musikalischer) Welten aus vielfältigen Perspektiven ("miramondo multiplo") ziehen Fetzen der Musik eines Miles Davis, Gustav Mahler, Igor Strawinsky oder Georg Friedrich Händel vorbei, das alles verpackt in einen zündenden Dialog der Solo-Trompete mit dem opulent aufspielenden Orchester.

Håkan Hardenberger zu Gast beim NDR Elbphilharmonie Orchester

Solist des Konzerts ist - wie bei der Uraufführung im Jahr 2006 - der großartige Trompeter Håkan Hardenberger. Die in Kooperation mit der Elbphilharmonie entstandene Produktion wird von einem medialen Rahmenprogramm rund um das Thema "Neue Musik" auf elbphilharmonie.de begleitet.

Orchester und Chor