Stand: 17.02.2007 18:00 Uhr

"Mythos Orpheus"

Konzerte:
Sonnabend, 17. Februar 2007, 18.00 Uhr, Rolf-Liebermann-Studio, Hamburg
Sonntag, 18. Februar 2007, 19.00 Uhr, Rolf-Liebermann-Studio, Hamburg

Kompositionen aus dem Barockzeitalter

In zwei Kooperationskonzerten im Rolf-Liebermann-Studio widmen sich die Reihen NDR Das Alte Werk und NDR das neue werk dem "Mythos Orpheus". Auf dem Programm am Sonnabend, 17. Februar, ab 18.00 Uhr im Hamburger Rolf-Liebermann-Studio des NDR stehen Kompositionen aus dem Barockzeitalter und der Gegenwart, die den Orpheus-Stoff reflektieren. Am Sonntag, 18. Februar, stehen dort ab 19.00 Uhr - neben zeitgenössischen Werken - Lesungen von Texten um und über die Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts auf dem Programm, die als "Orpheus ihrer Zeit" verehrt wurden.

Am ersten Abend präsentiert ein renommiertes Vokalsolistenensemble gemeinsam mit dem Elbipolis Barockorchester Hamburg zwei Barockopern: Zunächst die anlässlich der Geburtstagsfeierlichkeiten Kaiser Leopold I. entstandene, repräsentative "Festa teatrale" "La Lira d'Orfeo" von dem lange Zeit in Wien wirkenden Komponisten Antonio Draghi (1634/35-1700), der eines der umfangreichsten musikalischen ¿uvres des 17. Jahrhunderts hinterlassen hat. Als zweites Werk steht "Orfeo nell'Inferni" von André Campra (1660-1744) auf dem Programm, der als "Maître de musique" an der Pariser Kathedrale Notre-Dame zu den wichtigsten Persönlichkeiten des französischen Musiklebens seiner Zeit gehörte. Beiden Stücken stellen die Solisten der musikFabrik - Ensemble für Neue Musik die Orpheus-Thematik reflektierende Werke von Wolfgang Rihm, Brice Pauset und Harrison Birtwistle gegenüber.

Die Abenteuer des Orpheus

Im zweiten Konzert am Sonntag erklingen die "26 Orpheus Elegies" von Harrison Birtwistle sowie Hans Werner Henzes vom NDR Chor vorgetragene A-cappella-Chöre "Orpheus Behind the Wire", zu denen Henze durch den affektgeladenen Kompositionsstil Claudio Monteverdis inspiriert wurde. Auf dem weiteren Programm, das durch die Lesung verschiedener Texte um und über die als die Orfei ihrer Tage verehrten Komponisten ergänzt wird, stehen Kammerkantaten von Händel und Scarlatti sowie Instrumentalwerke vom "Orpheus britannicus" Henry Purcell und von Arcangelo Corelli, den die Zeitgenossen als "il vero Orfeo di nostro tempo", als "den wahren Orpheus unserer Zeit", verehrten.

Die Abenteuer des Orpheus, jenes antiken Grenzgängers zwischen Leben und Tod, der laut griechischer Mythologie mit seiner Musik Frieden stiften, wilde Tiere bändigen und selbst die unbelebte Natur zu empfindsamem Leben erwecken konnte, haben von jeher die Menschen fasziniert. Unzählige Dichter, Maler und Musiker der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit reflektierten diesen Stoff. Und dass auch in jüngerer und jüngster Zeit noch Orpheus-Opern, -Kantaten, -Instrumentalmusiken, -Texte und -Theaterstücke geschrieben werden, zeigt, dass die Thematik nichts von ihrer ursprünglichen Anziehungskraft verloren hat.

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Orchester und Chor