Strahlendes Oratorium: "Israel in Egypt"

Das Concerto Köln ist seit vielen Jahren gern gesehener Gast in der Reihe NDR Das Alte Werk.

Seit Amtsantritt seines Chefdirigenten Philipp Ahmann bilden die Oratorien von Georg Friedrich Händel einen besonderen Schwerpunkt in der Arbeit des NDR Chors. Nach "Saul", "Messiah" und "Judas Maccabäus" stand im März 2017 die Urfassung von "Israel in Egypt" auf dem Programm.

Fr, 24.03.2017 | 20 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

19 Uhr: Einführungsveranstaltung mit Ilja Stephan im Kleinen Saal

Concerto Köln
NDR Chor
Philipp Ahmann Leitung
Gillian Webster Sopran
Franz Vitzthum Altus
Benjamin Hulett Tenor
Andrew Foster-Williams Bass

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
"Israel in Egypt"
Oratorium in drei Teilen für Soli, Chor und Orchester HWV 54 (Fassung der Uraufführung von 1739)

Ein Konzert in Kooperation mit dem NDR Chor

Radiotipp:
NDR Kultur sendet eine Aufzeichnung des Konzerts am 17. April um 11 Uhr.

Programmheft In meinen Kalender eintragen

Urfassung von 1739

Bild vergrößern
Der NDR Chor ist einer der international führenden Kammerchöre. 2016 feierte er sein 70-jähriges Bestehen.

Wer das Oratorium über den Auszug der Israeliten aus Ägypten zu kennen meint, wird jetzt eine ganze Menge dazulernen können, denn an wenigen Werken hat Händel so viel und so Grundlegendes geändert wie an diesem. Seit es 1771 erstmals im Druck erschien, kennen Musikliebhaber das Werk als zweiteilig. Tatsächlich aber hatte es bei der Uraufführung noch drei Teile; als ersten Teil verwendete Händel ein Anthem wieder, das er 1737 anlässlich des Todes der Queen Caroline komponiert hatte. Und nicht nur bei seinen eigenen Werken bediente Händel sich gerne, auch Musik von Stradella, Erba, Gabrieli, Urio und Kerll wird in Urfassung von "Israel in Egypt" ausgiebig zitiert.

Kürzungen und Gesangseinlagen

Ein großer Erfolg war "Israel in Egypt" bei seiner Uraufführung 1739 nicht. Publikum und Kritik monierten zu viele Chöre – die heute an diesem Werk besonders geschätzt werden – und zu wenige Arien. Also legte Händel nach und fügte schnell noch drei italienische Arien aus anderen (eigenen) Werken ein. Als das Werk dann 1757/58 erneut aufgenommen wurde, ließ Händel den ersten Teil ganz weg und kürzte die beiden anderen Teile erheblich. In dieser Form wurde das Werk 12 Jahre nach Händels Tod gedruckt; so wurde es bei den riesigen Händel-Festen des 19. Jahrhunderts zu einem seiner beliebtesten Oratorien, und so kennen wir es bis heute. In diesem Konzert konnten Händel-Fans die Urfassung von "Israel in Egypt" neu entdecken.