Gastspiel in Basel: "Die Kunst der Motette"

Wort und Musik, das war schon immer eine spannende Verbindung. Unter Leitung von Chefdirigent Klaas Stok bringt der NDR Chor eine Auswahl an Motetten ins Basler Münster.

Sowohl beim Eröffnungskonzert der chor.com 2019 als auch beim Konzert im Basler Münster widmen sich Klaas Stok und der NDR Chor jener musikalischen Gattung, bei der die Verbindung zum Wort schon im Namen steckt: der Motette. Von Bachs Vorvorgänger im Amt des Thomaskantors, Johann Schelle, über Johann Sebastian Bach bis hin zur Wiedererweckung der Gattung bei Johannes Brahms reicht dabei das musikalisch-stilistische Spektrum. In Basel ist zudem Münsterorganist Andreas Liebig mit von der Partie.

So, 15.09.2019 | 18 Uhr
Basel, Münster (Münsterplatz 9)

Klaas Stok Dirigent
Andreas Liebig Orgel
NDR Chor

JOHANN SCHELLE
Motette "Komm, Jesu, komm"
JOHANN SEBASTIAN BACH

  • Motette "Komm, Jesu, komm" BWV 229
  • Motette "Singet dem Herrn" BWV 225
JOHANNES BRAHMS
Zwei Motetten op. 74
  • "Warum ist das Licht gegeben"
  • "O Heiland, reiß die Himmel auf"
Drei Fest- und Gedenksprüche op. 109
  • "Unsere Väter hofften auf dich"
  • "Wenn ein stark Gewappneter"
  • "Wo ist ein so herrlich Volk"

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Text und Musik als Einheit

"Für mich steht der Text und der Ausdruck der Affekte im Zentrum", sagt Klaas Stok selbst über seine Musizierhaltung. Den Ursprung dieser Einstellung sieht er in seiner Auseinandersetzung mit der Alten Musik – seine Gültigkeit behält das Credo aber "auch bei der Musik späterer Epochen". Doppelt interessant wird die musikalische Wortauslegung bei Vertonungen von ein und demselben Text, wie bei der Motette "Komm, Jesu, komm!" von Schelle und Bach. Bach war mit Schelles Komposition vertraut - und wählte bewusst einen anderen Weg. Wegen einiger Herausforderungen in Bachs Komposition gaben die Thomaner ihr später den Spitznamen "Der saure Weg".

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Johannes Brahms (1833-1897)
Abhandlung über das "große Warum"

Brahms wiederum griff mit seinen zwei Motetten das Buch Hiob auf und umkreist die Frage menschlichen Leidens. Scherzhaft nannte der Komponist selbst seine Motetten eine "kleine Abhandlung über das große Warum."