Welt der Musik

Einst Rebellinnen, heute Klassik-Lieblinge

Montag, 11. Februar 2019, 20:00 bis 22:00 Uhr

Die Körperhaltung, die tiefe Tonlage, das große, schwere Instrument: Cello zu spielen galt lange Zeit für Frauen als "unschicklich". Nicht umsonst stieg das Publikum auf die Stühle, um zu sehen, wie die erste Konzertcellistin Lise Christiani ihr Instrument spielte: im Damensitz oder - nach damaliger Ansicht - auf "frivole Weise" mit dem Instrument zwischen den Beinen. Lise Christiani stammte aus einer unkonventionellen Künstlerfamilie und sorgte als unerschrockene Cello-Pionierin im 19. Jahrhundert für Aufmerksamkeit - nicht zuletzt durch ihre Konzertreisen, die sie durch ganz Europa, nach Sibirien und bis in den Kaukasus unternahm.

Cello-Haltungen damals und heute

Die geborene Cellistin

Lise Christiani inspirierte zahlreiche junge Musikerinnen in Europa. So folgten unter anderem Cellistinnen wie May Mukle, Beatrice Harrison und Guilhermina Suggia. Sie ebneten ebenso wie die Frauenbewegung den Weg für die "geborene Cellistin" Jacqueline du Pré, die mit ihrem unvergleichlichen Cello-Spiel in den 1960er-Jahren und Anfang der 1970er-Jahre die Diskussion, ob das Cello nicht doch ein männliches Instrument sei, endgültig versiegen ließ. Und heute? Sehr selbstverständlich bevölkern hervorragende Cellistinnen renommierte Konzertbühnen und Spitzenorchester. Was ist geblieben vom Vorbehalt des "Unschicklichen"? Spitzencellistinnen wie Sol Gabetta und Tanja Tetzlaff geben Auskunft.

Eine Sendung von Dagmar Penzlin

Das Buch zur Sendung

Katharina Deserno:
"Cellistinnen - Transformationen von Weiblichkeit in der Instrumentalkunst"
540 Seiten, Preis: 65,00 Euro
erschienen beim Böhlau-Verlag, Wien & Köln

Weitere Informationen

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