Live aus der Staatsoper Hannover

Francis Poulenc: Dialoge der Karmelitinnen

Samstag, 02. Juni 2018, 19:00 bis 23:00 Uhr

Für den Glauben sterben? Oder lieber in der revolutionären Menge untertauchen und das eigene Leben retten? Die sechzehn Nonnen des Karmelitinnen-Klosters in Compiègne stimmen ab - und entscheiden sich für das Märtyrerschicksal. Sie weigern sich, ihren Glauben zu verraten und werden 1794 im Zuge der Schreckensherrschaft verhaftet, verurteilt und in Paris unter der Guillotine hingerichtet.

Die erschütterte Welt

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Die Schriftstellerin Gertrud von le Fort lebte von 1876 bis 1971.

Gertrud von le Fort war beeindruckt vom Mut und von der Standhaftigkeit der Karmelitinnen - sie schrieb 1931 ihre Novelle "Die Letzte am Schafott" über ihr Schicksal. "Das Buch entstand bei mir unter der Stimmung der letztvergangenen Jahre, als wir in Deutschland und auch sonst in der Welt plötzlich innewurden, dass die Erde unter unseren Füssen zu beben begann", erinnerte sich Gertrud von le Fort später.

"Wir wurden nicht nur in unserer Kultur, sondern auch an der Wurzel unserer religiösen Existenz bedroht. Es war mir unbegreiflich, dass die Kritik die Geschichte zumeist als historische Novelle auffasste. Mir selbst war das Historische nur Gewand für ein sehr aktuelles Problem."

"Gott halte mich fern von den düsteren Heiligen!"

Der französische Schriftsteller Georges Bernanos schrieb nach dem 2. Weltkrieg ein Drehbuch nach dieser Novelle, das verfilmt wurde ("Opfergang einer Nonne"). Und 1957 feierte Francis Poulenc die sehr erfolgreiche Uraufführung seiner dreiaktigen Oper nach diesem Stoff an der Mailänder Scala. Bis heute zählt sie zu den meistgespielten Meisterwerken des 20. Jahrhunderts: "Gesang ist immer ein Höchstes für mich gewesen", bekannte Poulenc.

"Meine ersten großen Eindrücke verdanke ich Don Giovanni, Pelléas et Melisande, Boris Godunow und Rigoletto. So ist es ganz natürlich, dass die Namen Debussy, Mussorgsky und Verdi auf dem Widmungsblatt der Karmelitinnen stehen. Wenn der Name Mozart dabei fehlt, so, weil man Gott-Vater nicht gut etwas widmen kann." Und weiter: "Ich habe als Motto auf die erste Seite der Partitur das flammende Wort der Heiligen Therese gesetzt: "Gott halte mich fern von den düsteren Heiligen."

Ausführende

Musikalische Leitung: Valtteri Rauhalammi
Inszenierung: Dietrich W. Hilsdorf
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Renate Schmitzer
Licht: Susanne Reinhardt
Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio
Dramaturgie: Swantje Köhnecke

Blanche de la Force: Dorothea Maria Marx
Chevalier de la Force, ihr Bruder: Simon Bode
Marquis de la Force, ihr Vater: Stefan Adam
Madame de Croissy, alte Priorin: Renate Behle
Madame Lidoine, neue Priorin: Kelly God / Brigitte Hahn
Mère Marie: Monika Walerowicz
Sœur Constance: Ania Vegry
Mère Jeanne: Julie-Marie Sundal
Sœur Mathilde: Marlene Gaßner
Beichtvater: Latchezar Pravtchev
1. Kommissar: Uwe Gottswinter
Arzt, später 2. Kommissar und Kerkermeister: Gihoon Kim
Diener Thierry, später Beamter: Yannick Spanier
Karmelitinnen: Katrin Beyer, Daniela Butina, Alla Doelle, Kathrin Einenkel, Kathi Habermann, Diana Jolig-Werner, Dialekti Kampakou, Clara Kunzke, Tatjana Rodenburg, Eunjeong Song, Danuta Volpe

Chor und Extrachor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Liveübertragung aus der Staatsoper Hannover

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