neue musik

Olga Neuwirth: Auf den Spuren Herman Melvilles

Dienstag, 19. Februar 2019, 21:00 bis 22:00 Uhr

Geboren und aufgewachsen ist Olga Neuwirth in Österreich, aber schon früh sucht sie den Puls anderer Städte. Sie liebt Venedig, studiert in San Francisco, schreibt in New York und in Wien und wohnt derzeit wieder in Berlin, wo sie an einer Oper über Virginia Wolfe arbeitet.

Bild vergrößern
Olga Neuwirth hat zwei Hörtheaterwerke nach Büchern von Herman Melville verfasst.

Einige Jahre lebte Olga Neuwirth auf den Spuren des amerikanischen Schriftstellers Herman Melville, der 1819 in New York geboren wurde und dort 1891 starb. "Seinen kritischen Geist finde ich zeitlos. Ich glaube, zu jeder Zeit kann der Mensch, wenn er möchte, hinsehen. Und kritisieren und analysieren, um den Menschen nicht zu verärgern, wie man bei ihm oft geglaubt hat, sondern eigentlich, um den Menschen zu retten."

Zwei Abende in der Elbphilharmonie

In dieser Saison stehen Olga Neuwirths "The Outcasts" (nach dem Roman "Moby Dick", am 4. März) und "Encantadas" (nach der gleichnamigen Novelle, am 18. April) auf dem Programm der Elbphilharmonie. Beide Werke sind eindrucksvolle große Hörtheaterwerke, beide beruhen auf Schriften von Herman Melville.

Bild vergrößern
Der Schriftsteller Herman Melville (1819-1891)

Für ihre "Encantadas“, die "Verzauberten", hat Olga Neuwirth Herman Melvilles Eindrücke der Reisen zu den Galapagos-Inseln zum Ausgangspunkt genommen. Gleichermaßen sind Klangbilder aus Venedig und die akustischen Eindrücke der Oper "Prometeo" von Luigi Nono, die sie in der venezianischen Kirche San Lorenzo gehört hat, in die Musik eingeflossen.

Melvilles Universum

"O Melville!" hat sie ihr aktuelles Buch genannt, das der Salzburger Verlag Müry Salzmann veröffentlicht hat. Darin schreibt sie Notizen zu Melvilles Universum, es gibt einen Text von Elfriede Jelinek ("Das Fallen. Die Falle."), Beiträge der New Yorker Kunsthistorikerin Katherine Jánszky Michaelsen und des Musikwissenschaftlers Stefan Drees. Diese Art kunsthistorisch-literarisch-musikwissenschaftliche Zwischenbilanz ist ihr wichtig, um ein Projekt abzuschließen und zum Schluss auch noch andere Perspektiven des Themas zu erfahren.

Mit allen Sinnen möchte Olga Neuwirth (die Trompete, Musiktheorie, Malerei, Film und elektronische Musik studiert hat) durch Live-Musik und Elektronik den Menschen in seinen Emotionen treffen und ihn mit auf eine Reise nehmen, "zwischen dem Banalen und dem Sublimen, das so nah beieinander liegt".

Eine Sendung von Margarete Zander

Weitere Informationen

Herman Melville: "Moby Dick oder Der Wal"

Der literarische Kampf aus "Moby Dick" von Kapitän Ahab und dem weißen Wal ist legendär. In der Wissensreihe "Große Romane der Weltliteratur" stellen wir das Buch vor. mehr