Hörspiel

In darkness let me dwell - Lieder aus der Finsternis

Mittwoch, 08. Februar 2017, 20:00 bis 21:07 Uhr

"22. Juli. Nachts einen Orca-Angriff im Wedellmeer gehört. Seeleoparden, Krabbenfresserrobbe und die absteigenden 'Chirps' der Wedellrobbe. Plötzlich von fern das leise, hohe Klicken mehrerer Orcas, die mit Echoortung jagen. Irgendwann peilt ein Orca eines unserer Mikrophone an. Hellwach." Wir befinden uns in der Antarktis. Vier Unterwassermikrofone des Alfred -Wegener-Instituts zeichnen hier rund um die Uhr die Unterwasserwelt des Weddellmeers auf.

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Der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern treibt für Forschungsarbeiten im Meereis.

Unweit des Observatoriums PALAOA ist vor einhundert Jahren Sir-Ernest-Shackletons Trans-Antarktis-Expedition gescheitert. Auf einem Schlitten wollte er den antarktischen Kontinent durchqueren. Sein Schiff "Endurance" wurde vom Packeis zerstört, bevor er überhaupt landen konnte. Im Winter 2016 bricht das Forschungsschiff Polarstern erneut in die Antarktis auf.

Hörspiel und Klangkunst auf Berührungskurs

Ausgehend von den Unterwasseraufnahmen verbindet das Duo Merzouga die Fiktion einer modernen Expedition und Shackletons Geschichte mit einer elektro-akustischen Komposition. Am Übergang von Wasser, Eis und Luft lösen sich die Genregrenzen auf. Es berühren sich Hörspiel und Klangkunst, Geschichte und Gegenwart, Wissenschaft und zeitgenössische Musik. Und die Hörer tauchen ein in die unerhörte Klangwelt unter Wasser, die in der tiefen Finsternis unter dem Eis verborgen ist.

Hörspiel des Monats Dezember 2016

"In darkness let me dwell" wurde zum Höspiel des Monats gewählt. Die Jury der Akademie der Darstellenden Künste begründete dies so: "Das Hörspiel des Duos Merzouga beruht auf Ernest Shackletons gescheiterter Trans-Antarktis Expedition vor hundert Jahren. Sein Forschungsschiff Endurance wurde vomPackeis eingeschlossen und zerquetscht. Die Männer konnten sich auf ein Floß retten. Die Geschichte eines dramatischen Überlebens im Eis wird überlagert von einer fiktiven Antarktis-Expedition im Winter 2016, die als Folge von Tagebuchnotizen in das Hörstück hineinmontiert ist.

In darkness let me dwell - Lieder aus der Finsternis

Text, Komposition und Regie: Merzouga
Mit Christian Brückner, Jean Paul Baeck, Bruno Winzen, Ulrike Schwab
Gesang: Tobias Christl
Schlagzeug: Lucas Niggli
E-Bass: Janko Hanushevsky
Elektronik: Eva Pöpplein
DLF/HR 2016 / 61 min.
Unterstützt durch die Filmstiftung NRW und die AG Ozeanische Akustik des Alfred-Wegener-Instituts

Dem Duo Merzouga gelingt es, den zeitlichen Abstand eines Jahrhunderts klanglich verschwinden zu lassen. Mit der collagierten Komposition schaffen Merzouga einen atmosphärischen Raum aus experimentellen Instrumentalklängen und den mit Unterwassermikrofonen eingefangenen Lebenszeichen der Antarktischen Fauna. In den akustisch überwältigenden Klangraum der Eiswüste fügen sich äußerst sparsam Erzählfragmente ein. Sie stehen für das verzweifelte Standhaltenwollen in der Finsternis. In dieser eng verzahnten Wort-Klangkombination verwandelt sich das Hörstück zum entrückten Lautspiel."

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