Am Morgen vorgelesen

Die Sonnabend-Story: Blinde Weide, schlafende Frau

Samstag, 12. Januar 2019, 08:30 bis 09:00 Uhr

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Haruki Murakami wurde am 12.01.1949 geboren.

Eigentlich hätte Haruki Murakami im vergangenen Jahr den Literaturnobelpreis bekommen sollen. So lange schon gilt er als heißer Kandidat. Aber ausgerechnet im vergangenen Jahr kam es zu dieser immer noch nicht überwundenen Krise der Schwedischen Akademie. Pfui Teufel aber auch! Allerdings: Murakami kann dies nicht belasten. Wer seine Bücher kennt, weiß: dieser Autor lebt in einem ganz eigenen Zeit-Kontinuum. Sein zuletzt erschienener Roman "Die Ermordung des Commendatore" zeigte einmal mehr, wie sehr ihm an der ästhetischen Entschleunigung unserer Gegenwart gelegen ist - als Antidot gegen unsere aus dem Lot geratenen Welt. Ein Jahr mehr oder weniger auf den Nobelpreis warten - was ist das schon?  

Geboren wurde Haruki Murakami 1949 in Kyoto. Als junger Mann hat er eine Jazzbar in Tokio betrieben, worüber er in seinem autobiographischen Buch "Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede" geschrieben hat. Seit Anfang der Achtziger Jahre veröffentlicht er mit großem Erfolg Erzählungen und Romane, die vom Zusammentreffen der japanischen Tradition mit den westlichen Einflüssen handeln. Dabei ist ihm eine ganz eigene literarische Stimme gegeben, träumerisch und gutwillig, niemals anklagend oder gar richtend. Haruki Murakami erzählt seine Geschichten wie ein Jazzmusiker, schwebend-leicht, mit vielen kleinen Zwischentönen und überraschenden Variationen und Improvisationen.

Leider können wir diese Lesung aus rechtlichen Gründen nicht zum Nachhören anbieten.