Am Morgen vorgelesen

Die Sonnabend-Story: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten

Samstag, 15. Februar 2020, 08:30 bis 09:00 Uhr

Victor Klemperer © picture-alliance / dpa Foto: Fotoreport Aufbau Verlag
Victor Klemperer hielt seine Erfahrungen während des Nazi-Regimes in seinen Tagebüchern fest.

Otto Klemperer, der 1881 in Landsberg geboren wurde und 1960 in Dresden starb, hat seit seiner frühesten Jugend Tagebuch geführt. Er war Romanist und Literaturwissenschaftler und überlebte die Nazi-Zeit im Versteck. Als Protestant jüdischer Herkunft musste er 1935 seinen Lehrstuhl für Romanistik an der Technischen Hochschule Dresden räumen und widmete sich in der Folge seinen Tagebuchaufzeichnungen, um "Zeugnis abzulegen" über die Alltagserfahrungen in Zeiten der Ausgrenzung unter der Naziherrschaft. 1939 hat sich mit dem Pogrom vom November 1938 die Lage der Klemperers in Dresden und die aller deutschen Juden (oder jüdischen Deutschen) im nunmehr großdeutschen Reich bedrohlich verändert. Victor Klemperer genießt im Unterschied zu anderen noch einen begrenzten Schutz durch seine Ehe mit einer so genannten "Arierin". Die "Reichspogromnacht" hat auch auf die Klemperers wie ein Schock gewirkt. Unterdessen wird der alltägliche Lebensradius (man könnte auch sagen: die bürgerliche Freiheit) immer weiter eingeschränkt.

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