Das Sonntagskonzert

Von Abschied und Neuanfang

Sonntag, 07. März 2021, 11:00 bis 13:00 Uhr

Der Dirigent Hendrik Vestmann applaudiert nach dem Konzert © IMAGO / Dünhölter SportPresseFoto
Hendrik Vestmann ist seit 2016 Generalmusik-direktor des Oldenburgischen Staatstheaters.

Am 30. Januar hätte das Oldenburgische Staatsorchester für NDR Kultur ein Konzert aufzeichnen sollen. Aus Sicherheitsgründen wurde dieses Projekt verschoben. Aber das Orchester konnte für hervorragenden Ersatz sorgen, denn es zeichnet selbst seit Jahren seine öffentlichen Generalproben in der Weser-Ems-Halle auf.

Schwanengesang

Auf die Ouvertüre zu Franz Schuberts romantischer Schauspielmusik "Rosamunde" folgt Mozarts Es-Dur-Sinfonie KV 543, ein seiner letzten drei, die er 1788 während einer psychischen und finanziellen Krise niederschrieb. Dazu passt auch der im 19. Jahrhundert verliehene Titel "Schwanengesang". Andere Autoren hörten aus dieser Sinfonie aber genauso "eine mit Zärtlichkeit gepaarte Liebenswürdigkeit" und sogar "zum Übermut gesteigerte Daseinsfreude" heraus. Zu Mozarts Lebzeiten ist das Werk nie erklungen, heute gehört es zu seinen beliebtesten Sinfonien.

Meditation über den Tod

Mit seinem "Cantus in memoriam Benjamin Britten" für Streichorchester und Glocke verabschiedete sich Arvo Pärt 1977 von einem Komponistenkollegen, den er gerade erst für sich entdeckt hatte. "Kurz vor seinem Tod [1976] bekam ich einen Eindruck von der seltenen Reinheit seiner Musik. Außerdem hatte ich lange schon den Wunsch gehabt, Britten persönlich kennen zu lernen. Es kam nicht mehr dazu."

Dem Andenken eines Engels

Der Engel, dem Alban Berg sein Violinkonzert widmete, war Manon Gropius. Die Tochter aus Alma Mahlers zweiter Ehe starb 1935 erst 18-jährig an Kinderlähmung. In tiefer Trauer versuchte Berg, "die Wesenszüge des jungen Mädchens in musikalische Charaktere umzusetzen". Das Violinkonzert ist gleichzeitig sein letztes vollendetes Werk und gehört zu den bedeutendsten Konzerten des 20. Jahrhunderts. Die anspruchsvolle Solopartie übernahm 2019 in Oldenburg die chinesische Geigerin Tianwa Yang.

Glückliche Lebensphase

Seine nach offizieller Zählung dritte, eigentlich aber vierte und letzte Sinfonie komponierte Robert Schumann 1850, kurz nach seinem Amtsantritt als Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf. Der freundliche Empfang und ein Besuch des Kölner Doms versetzten den psychisch labilen Musiker in Hochstimmung und einen Schaffensrausch. Die positive Grundstimmung des Werks wurde als Ausdruck rheinischer Fröhlichkeit gedeutet und verpassten ihr den Beinamen "Rheinische Sinfonie".

Das Programm

Franz Schubert
Ouvertüre zu "Rosamunde"
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Es-Dur KV 543
Arvo Pärt
Cantus in memoriam Benjamin Britten
Alban Berg
Violinkonzert "Dem Andenken eines Engels"
Robert Schumann
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 "Rheinische"

Tianwa Yang Violine
Oldenburgisches Staatsorchester
Ltg.: Hendrik Vestmann

Aufzeichnungen aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg

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Konzertszene: Blick aus dem Zuschauerraum auf die Bühne des Großen Saals der Laeiszhalle © NDR Foto: Marcus Krueger

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