Stand: 07.03.2019 18:31 Uhr

Philippe Jaroussky singt Arien von Cavalli

Ombra mai fu
von Philippe Jaroussky
Vorgestellt von Chantal Nastasi
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Philippe Jaroussky und sein Ensemble Artaserse verleihen der Musik von Francesco Cavalli ganz besondere Nuancen.

Er sang bei der Eröffnungsfeier der Hamburger Elbphilharmonie, wurde mehrfach mit dem Echo Klassik ausgezeichnet und gewann als Sänger des Jahres insgesamt viermal den Victoire de la Musique seines Heimatlandes Frankreich: Der Countertenor Philippe Jarrousky gehört zweifellos zu den großen Sängern seines Fachs. Auf seinem neuen Album widmet er sich der barocken Klangwelt von Francesco Cavalli, einem Zeitgenossen von Monteverdi. "Ombra mai fu" ist die CD der Woche bei NDR Kultur.

"Ein wichtiger Schritt in der Operngeschichte"

Francesco Cavallis Oper "Xerxes" mit der Arie "Ombra mai fu" feierte in Venedig und darüberhinaus große Erfolge. Mehrfach wurde das 1654 komponierte Bühnenwerk aufgeführt, in Genua, Mailand, Verona, Neapel, Bologna, Palermo und sogar in Paris. Heute ist wenig bekannt, welch zentrale Rolle der italienische Komponist hatte. Cavalli etablierte das erste öffentliche Opernhaus in Venedig und machte das Bühnenerlebnis für alle Gesellschaftsschichten zugänglich.

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"Davor war das Opernerlebnis der Oberschicht vorbehalten, fand zum Beispiel in Palästen statt", weiß Philippe Jaroussky. "Jetzt konnte sich jeder ein Ticket kaufen. Viele Aufführungen fanden in der Karnevalszeit statt, die Leute trugen Masken - das Gefälle zwischen Arm und Reich war also nicht mehr so groß. Ein wichtiger Schritt in der Operngeschichte! Götter, reiche Leute, arme Leute, auch wenn sie vor allem in den Komik-Szenen vorkommen - alle Gesellschaftschichten sind in Cavallis Opern repräsentiert. Das war womöglich auch ein Grund für seinen Erfolg."

Abwechslungsreiche Musik, wandlungsfähige Stimme

Jaroussky hat Ausschnitte aus insgesamt 15 Opern von Francesco Cavalli ausgewählt. Die einzelnen Arien sind recht kurz. Dadurch kann der Countertenor viele Facetten dieses Komponisten zeigen, aber auch die Wandlungsfähigkeit seiner Stimme - die sich perfekt mit den Barockinstrumenten des Ensemble Artaserse mischt, das Jaroussky vor 17 Jahren mitgegründet hat. Auch erlebt man ihn im Duett mit der Altistin Marie-Nicole Lemieux und der Sopranistin Emöke Baráth.

So farben- und abwechslungsreich Cavallis Musik ist: Philippe Jaroussky und sein Ensemble Artaserse verleihen ihr ganz besondere Nuancen, die sie in langer Zusammenarbeit gefunden haben. "In Cavallis Partituren gibt es oft nur eine Basslinie und Gesangslinie oben, beides schnell und skizzenhaft notiert", erzählt Jaroussky. "Aber du weißt nicht, für welche Instrumente die Begleitung gedacht ist. Die Arbeit mit meinem Ensemble bestand also auch zu einem großen Teil darin, eine gute Farbe zu finden für die Ausschmückung der Mittelstimmen und für die Besetzung: Harfe oder Schlagwerk, Gitarre, Orgel oder doch lieber Cembalo, Flöte, Zink oder Geige. Aber das ist auch der Spaß dabei: Diese Musik gibt dir eine Menge Freiheit."

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Philippe Jaroussky: "Ombra mai fu"

NDR Kultur - Neue CDs -

Der Countertenor Philippe Jarrousky gehört zu den großen Sängern seines Fachs. Auf seinem neuen Album widmet er sich der barocken Klangwelt von Francesco Cavalli.

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Ombra mai fu

Label:
Erato

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 11.03.2019 | 06:40 Uhr