Stand: 12.10.2018 16:58 Uhr

Majestästische Interpretationen von Rachmaninov

Destination Rachmaninov - Departure
von Daniil Trifonov
Vorgestellt von Chantal Nastasi
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Der russische Pianist Daniil Trifonov hat ein Faible für Rachmaninov.

In der gerade begonnenen Saison 2018/19 ist Daniil Trifonov Artist-in-Residence der Berliner Philharmoniker. Erstmals aufgetreten war er mit diesem Klangkörper im Jahr 2016. Auf dem Programm stand damals das Dritte Klavierkonzert von Rachmaninov. Sein Faible für diesen Komponisten hat Trifonov bereits vor drei Jahren mit seinem Album "Rachmaninov Variations" bewiesen. Und auch seine neue CD ist Rachmaninov gewidmet, den Klavierkonzerten, die er gemeinsam mit dem Philadelphia Orchestra und Yannick Nézet-Séguin eingespielt hat.

Sprudelnde, singende, beißende Musik

Energiegeladen ist dieser Beginn, wie ein Donnergrollen aus der Ferne oder wie ein Zug, der langsam, aber kraftvoll ins Rollen kommt. Daniil Trifonovs Ton ist ekstatisch, trotz seines zupackenden, fast donnernden Anschlags ausgewogen und klangvoll.

Trifonov ist ganz eingebettet in den Klang des Orchesters und tritt dennoch deutlich als Solist hervor. Selten hört man diese schwelgerische und komplexe Musik so kernig und ausbalanciert zugleich. Unter Trifonovs virtuosen Händen und mit Yannick Nézet-Séguin und dem Philadelphia Orchestra an seiner Seite sprudelt Rachmaninovs Musik, sie singt ausgelassen und beißt auch mal in den hohen Spitzentönen.

Nicht nur die klangliche Balance stimmt - selbst in den extremen Momenten -, sondern auch die Spannungsbögen sind perfekt gestaltet: Lange, tiefe Atemzüge und ein enges Miteinander in Ausdruck und Timing.

Zart, aber dämonisch

Martha Argerich hat Trifonov nach seinem Sieg beim Tschaikowsky-Wettbewerb 2011 einen zarten und zugleich dämonischen Klang attestiert. Ein Klang, der exzellent die beiden Pole dieser expressiven Musik verbindet. Das 2. Klavierkonzert entstand nach einer schweren Schaffenskrise Rachmaninovs und sein 4. Klavierkonzert, das ebenfalls auf dieser CD als Liveaufnahme zu hören ist, schrieb Rachmaninov in seiner neuen amerikanischen Heimat, die auch neue klangliche Einflüsse für ihn bedeutete.

CD-Tipps

Eine Hommage an Rachmaninov

Eigene Kompositionen und ein hörbares Faible für Rachmaninovs Musik: Mit seiner neuen Einspielung macht Daniil Trifonov seinem Ruf als junges Tastengenie alle Ehre. mehr

Als Werke des Aufbruchs, drängend und leidenschaftlich wie Trifonov und das Philadelphia Orchestra sie auch interpretieren, so vermarktet die Deutsche Grammophon diese CD. Im Booklet sind Fotos von Daniil Trifonov an einem Bahnhof der Jahrhundertwende und in alten hölzernen Zugabteilen reisend.

"Destination Rachmaninov - Departure" ist auch der Titel der Aufnahme, in die eine Bearbeitung einer Bach-Partita - zwar aus der Feder Rachmaninovs und von Trifonov exzellent gespielt - nicht so recht passen will. "Arrival" wird im Herbst 2019 erscheinen, darauf die Rachmaninov-Klavierkonzerte 1 und 3.

Majestästische Interpretationen

Bei seinem Rachmnainov-Projekt ist das Philadelphia Orchestra Trifonov ein kongenialer Partner. In den 1940er-Jahren hat es bereits die Konzerte mit dem Komponisten selbst am Klavier aufgeführt.

Majestästisch wirken die Interpretationen Trifonovs mit dem Orchester, technisch und klanglich über allem erhaben. Doch die wahre Größe dieser Aufnahme entsteht durch das intensive, gemeinsame Atmen aller Beteiligten und durch den Höreindruck, sie würden diese Musik aus ihren tiefsten Empfindungen heraus gerade im Moment erschaffen.

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Daniil Trifonov spielt Rachmaninov

NDR Kultur - Neue CDs -

Sein Faible für Rachmaninov hat Daniil Trifonov bereits mit seinem Album "Rachmaninov Variations" bewiesen. Und auch seine neue CD ist diesem Komponisten gewidmet.

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Destination Rachmaninov - Departure

Genre:
Klassik
Label:
Deutsche Grammophon
Veröffentlichungsdatum:
12. Oktober 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 15.10.2018 | 15:20 Uhr