Stand: 14.02.2020 18:48 Uhr

Daniel Hope reist in die Belle Époque

Belle Epoque
von Daniel Hope
Vorgestellt von Friederike Westerhaus

Mit dem Zürcher Kammerorchester hat der Geiger Daniel Hope eine enge Beziehung. Seit 2016 ist er dessen Music Director und leitet das Orchester von der Violine. So auch in seiner neusten Einspielung. "Belle Epoque" heißt die randvolle Doppel-CD - und darauf kombiniert Daniel Hope Orchesterwerke und Kammermusik. Mit dabei sind Künstler wie die Pianisten Lise de la Salle und Simon Crawford-Phillips, der Hornist Stefan Dohr und die Sopranistin Mojca Erdmann.

"Die Sehnsucht ist in fast jedem Takt zu spüren"

Knapp zweieinhalb Stunden Musik hat Daniel Hope für sein neues Album "Belle Epoque" eingespielt. Sage und schreibe 18 Komponisten sind vertreten - so unterschiedlich wie Ernest Chausson, Arnold Schönberg, Sergei Rachmaninow, und Edward Elgar.

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Daniel Hope kombiniert auf seiner Doppel-CD Orchesterwerke und Kammermusik.

"Belle Epoque" - das ist die Zeit zwischen dem Ende des Deutsch-Französischen Kriegs 1871 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs. Und so heterogen die musikalischen Strömungen in dieser Zeit waren, sieht Daniel Hope doch ein Grundgefühl, das sich durchzieht: "Sehnsucht. Die Sehnsucht ist in fast jedem Takt zu spüren, obwohl das so unterschiedlich ist - das ist das Tolle. Es sind Komponisten, die weit nach vorne geblickt haben wie Schönberg und Webern - aber auch genau das Gegenteil: die, die gesagt haben, wir gehen nirgendwo hin, à la Elgar. Oder die zurück ins 19. Jahrhundert geschaut haben. Und diese Sinnlichkeit und Sehnsucht war relativ neu."

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Einen besonderen Reiz hat das Album dadurch, dass Hope orchestrale Werke, begleitet vom Zürcher Kammerorchester, und Kammermusik kombiniert. Hits wie die "Meditation" aus "Thais" von Jules Massenet finden sich ebenso wie seltener zu hörende Werke wie die Vier Kleinen Stücke op. 32 von Charles Koechlin, die Hope mit dem Hornisten Stefan Dohr und dem Pianisten Simon Crawford-Phillips aufgenommen hat.

Belle Epoque im Weitwinkel

Das Faszinierende dieses Albums ist, wie breit Hope das musikalische Spektrum fasst. Seinen Blick lässt er über Frankreich, England, Russland, Deutschland und Österreich schweifen. Belle Epoque im Weitwinkel sozusagen - geografisch, aber auch was die Strömungen angeht. Und trotz der Unterschiedlichkeit der Werke versteht es Hope mit seinen musikalischen Partnern das Doppel-Album so aufzubauen, dass die Stücke ineinandergreifen. Dass die Musik nicht einfach zerfällt, sondern die Werke sich gegenseitig befruchten. Mosaikstein für Mosaikstein entsteht das Bild einer Epoche - mitten im Aufbruch in die Moderne. Und obwohl das ganze Bild nur aus gewisser Entfernung greifbar wird, lässt uns der Geiger doch auch die Schönheit jedes einzelnen Steins genau betrachten. Ob er zart pastellfarben schimmert wie bei Debussy, satte kräftige Klänge hat wie bei Elgar oder gerade durch seine Kratzer ein interessantes Relief bekommt wie bei Anton Webern.

Podcast NDR Kultur Neue CDs © ©Rob | Fotolia | Stock.Adobe

CD der Woche: Daniel Hope - Belle Epoque

NDR Kultur - Neue CDs -

Knapp zweieinhalb Stunden Musik hat Daniel Hope für sein neues Album "Belle Epoque" eingespielt. Darauf kombiniert der Geiger Orchesterwerke und Kammermusik.

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Belle Epoque

Label:
Deutsche Grammophon

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 16.02.2020 | 15:20 Uhr