Stand: 03.11.2017 15:18 Uhr

Camille Thomas - eine strahlende Debütantin

Saint-Saëns & Offenbach
von Camille Thomas
Vorgestellt von Franziska v. Busse
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Camille Thomas wurde 1988 in Paris geboren und hat mit vier Jahren mit dem Cello-Spiel begonnen.

Gerade hat die belgische Cellistin Camille Thomas einen ECHO Klassik gewonnen und dazu auf der Preisverleihung in der Hamburger Elbphilharmonie selbst gespielt. 29 Jahre ist sie alt, geboren und aufgewachsen ist sie in Paris. Ihr Studium hat sie allerdings in Deutschland verbracht: in Berlin, Köln und Weimar. Den Preis hat Camille Thomas für eine Kammermusik-Aufnahme mit französischer Musik aus dem späten 19. Und 20. Jahrhundert erhalten. Jetzt hat sie ihre erste CD bei der Deutschen Grammophon veröffentlicht. Wieder französische Musik, wieder spätes 19. Jahrhundert, aber trotzdem eine ganz andere Welt: das erste Cellokonzert und die Suite für Cello und Orchester von Camille Saint-Saëns, dazu mehrere Cello-Werke vom deutschen Wahl-Franzosen Jacques Offenbach.

Strahlende Debütantin

"Ich wollte mit dieser CD etwas anderes zeigen als mit meinen zwei letzten CDs", sagt Camille Thomas. "Diese waren voller Melancholie, voll tiefer Gefühle. Jetzt wollte ich etwas voller Freude und Jugend spielen, denn ich bin auch in einem Moment, wo ich ganz glücklich bin. Ich glaube, man muss mit der Musik alles zeigen können."

Für ihre Debüt-CD bei der Deutschen Grammophon hat Camille Thomas gerade so richtig Rückenwind. Kein Wunder, dass sie strahlt, und dass sich das auch musikalisch ausdrückt. Trotzdem bleibt sie besonnen mit dem, was sie anbietet. Das Saint-Saëns-Konzert ist nicht der ganz dicke Brocken, trotzdem ein virtuoses und expressives Stück, mit dem sie vor allem auch ihren feinen Geschmack beweisen kann.

Ein Spiel mit Farben und Nuancen

"Es ist oft so mit französischer Musik: Man muss die richtige Balance finden. Ich wollte auch viel Expressivität zeigen und viele Farben. Man kann das nicht wie Dvorák spielen, mit voller Kraft, denn sonst tötet es die Musik. Aber mit Farben kann man so viel erzählen, und ich glaube, alles bedeutet etwas. Und die Bedeutung kommt in dieser Musik durch diese Nuancen und Farben", sagt Thomas.

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Camille Thomas spielt Saint-Saëns und Offenbach

NDR Kultur -

Camille Thomas spielt auf unserer CD der Woche Werke von Camille Saint-Saëns und Jacques Offenbach. Die belgische Cellistin macht jedes Stück für sich zum Erlebnis.

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Zusammen mit dem Orchestre National de Lille und seinem neuen Dirigenten Alexandre Bloch findet sie diese Farben und Nuancen. Nicht nur im Saint-Saëns-Konzert, sondern auch in den Werken von Jacques Offenbach, von denen mindestens eins eine echte Entdeckung ist: "Introduction, Prière et Boléro" - ein Virtuosenstück, das der exzellente Cellist Offenbach für eigene Auftritte komponiert hat.

Jedes Stück ein Erlebnis

Man könnte das Programm der CD auf den ersten Blick auch für eine kalkuliert-gefällige Zusammenstellung von Paradestücken halten: mal brillant, mal gefühlig; teils bearbeitet, zwei Mal im Duett mit prominenten Kollegen, dem Tenor Rolando Villazón und dem Geiger Nemanja Radulovic. Aber die Expressivität von Camille Thomas weist darüber hinaus. Sie macht jedes Stück für sich zum Erlebnis. Zum Beispiel die berühmte Verführungsarie, mit der in der Oper von Camille Saint-Saëns die schöne Dalila den starken Samson umgarnt - seinen Ruin schon fest im Blick.

Saint-Saëns & Offenbach

Label:
Deutsche Grammophon

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 06.11.2017 | 06:40 Uhr