Stand: 22.02.2019 14:52 Uhr

Asya Fateyeva präsentiert die Vielfalt des Saxofons

Carneval
von Asya Fateyeva
Vorgestellt von Eva Schramm
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Asya Fateyeva wurde 1990 auf der Krim geboren und ist mittlerweile in Hamburg zuhause.

Mitten in die Fastnachtszeit hinein veröffentlicht das Label Berlin Classics ein Album mit dem Titel "Carneval". Im Mittelpunkt steht das Saxofon und eine Interpretin, die bereits mit ihrem letzten Album "Bachiana" die vielfältigen Möglichkeiten dieses Instruments vorgeführt hat: die Echo-Preisträgerin Asya Fateyeva. Ihr neues Album, das sie wieder mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn aufgenommen hat, ist unsere CD der Woche.

Die Vielfalt des Saxofons

Das Saxofon ist Asya Fateyeva schon früh ans Herz gewachsen. Die Wandlungsfähigkeit dieses Instruments hat sie zum Konzept ihres neuen Albums gemacht. Wie ein Kaleidoskop fächert Asya Fateyeva die bunte Vielfalt dieses Instruments auf, seine so verschiedenen Klangfarben. Das Saxofon schlüpft auf diesem Album - passend zum Titel "Carneval" - in verschiedene Rollen, transportiert unterschiedlichste Stimmungen, und hier sind es besonders die ganz zarten, fast wie mit streichelnder Hand vorgetragenen Passagen der Klangästhetin Fateyeva, die aufhorchen lassen.

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"Mir war es sehr wichtig, die Zeit zu zeigen, in der Adolphe Sax sein Instrument der Welt geschenkt hat", betont Fateyeva. "Das war 1846 in Paris, da passierte sehr viel: Die Industrialisierung, die Oper erlebt eine Blütezeit. Und in diese Zeit wird das Saxofon hineingeboren, in eine bunte Welt hineingeschmissen. Ich finde es am passendsten, diese Stimmung mit 'Carneval' zu überschreiben. Adolphe Sax wurde sehr schnell ans Opernhaus geholt, hat im Orchester verschiedene Sachen gespielt und wurde vielen Komponisten vorgestellt. Aus der Perspektive des Instruments beschreibt 'Carneval' diesen Zustand am passendsten."

Überraschende Momente

In der Zusammenstellung der CD liegt tatsächlich eine gewisse Beliebigkeit, aber das stört nicht, weil das Album immer wieder überrascht. Zum Beispiel mit der abwechslungsreichen Opernfantasie "Verdiana" des 49-jährigen ukrainischen Komponisten Alexey Shor. Außerdem zu hören: Bearbeitungen von Opernarien und Duetten, in denen das Saxofon der menschlichen Stimme ganz nahe kommt, Ausschnitte aus Prokofjews "Romeo und Julia" und auch ein zentrales Werk der Saxofonliteratur, das 1934 geschriebene Konzert für Altsaxofon und Streichorchester von Alexander Glasunow, das Fateyeva schon viele Jahre begleitet. Hier zeigt sie ihr ausdrucksstarkes, kraftvolles Spiel. Mühelos setzt sie sich gegen das Württembergische Kammerorchester als Soloinstrument durch.

Dieses in vielen Klangfarben schwelgende Album ist ein Hinhörer. Es erzählt in bunten Bildern von den vielen Schattierungen zwischen Schwarz und Weiß, von Traurigkeit und fröhlicher Ausgelassenheit - mit einer bestens aufgelegten, virtuosen Solistin und einem Württembergischen Kammerorchester, das Fateyeva in punkto Klangästhetik in nichts nachsteht.

Carneval

Label:
Berlin Classics

Dieses Thema im Programm:

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