Stand: 14.12.2018 17:25 Uhr

Dieses Puccini-Album lädt zum Träumen ein

Puccini in Love
von Aleksandra Kurzak und Roberto Alagna
Vorgestellt von Sabine Lange
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Aleksandra Kurzak zeigt sich auf dieser Platte als unwiderstehliche Puccini-Sängerin.

Weihnachten - das Fest der Liebe. Welche neue Platte könnte da besser passen als "Puccini in love", das neue Album des Startenors Roberto Alagna und der Sopranistin Aleksandra Kurzak. Gemeinsam mit dem italienischen Dirigenten Riccardo Frizza und der Sinfonia Varsovia interpretieren die beiden Liebesszenen aus den unterschiedlichsten Opern Giacomo Puccinis, der von sich selber sagte, er sei ein unverbesserlicher "Jäger von Libretti, Wasservögeln und Frauen".

Es ist Weihnachten. Der arme Dichter Rodolfo sitzt noch in seiner eiskalten Mansarde, da klopft es, und die wunderschöne Mimi von nebenan steht vor ihm. Beide verlieben sich in einer Sekunde - Puccini lässt die Musik blühen und glühen.

"Wir haben sehr unterschiedliche Charaktere"

Roberto Alagna, inzwischen Mitte 50, noch immer einer der gefragtesten Tenöre der internationalen Opernwelt, und Aleksandra Kurzak, Anfang 40, vielen Norddeutschen noch bekannt aus ihrer Zeit an der Staatsoper Hamburg, sind seit einigen Jahren nicht nur auf Opernbühne und Platte, sondern auch im wirklichen Leben ein Paar. "Wenn ich zu Hause singe, dann sagt Roberto oft: 'Das ist wunderschön!' Und ich brauche das. Selbst wenn ich höre, dass das noch nicht so gut war, brauche ich sein positives Feedback. Es gibt mir Sicherheit", sagt Kurzak. "Wir haben sehr unterschiedliche Charaktere", stellt Alagna fest. "Und: Aleksandra hat Geige gespielt, bevor sie Sängerin wurde. Sie hat diese Strenge einer Instrumentalistin. Ich sage ihr von Zeit zu Zeit: Vergiss, dass du Geigerin bist, werde Sängerin!"

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Meister der großen Emotionen

Der verliebte Puccini - ihm widmen Alagna und Kurzak ihr neues Album. Aus sehr bekannten und auch aus eher selten gespielten Puccini-Opern präsentieren sie Liebesszenen, und diese Musik berauscht. Puccini, der für das Theater und nur für das Theater komponieren wollte, war ein Meister der großen Emotionen. Frauengestalten, zart und zerbrechlich, seine Passion. Aleksandra Kurzak zeigt sich auf dieser Platte als unwiderstehliche Puccini-Sängerin, mit Wärme, Empathie, Italianità schlüpft sie in jede der sehr unterschiedlichen Frauen. Ob als 15-jährige Madame Butterfly, als reife Primadonna Tosca oder als burschikose Minnie im kalifornischen Goldgräbercamp.

Roberto Alagna überzeugt in den eher veristischen Opern, in denen er härter zur Sache gehen kann. In lyrischeren Passagen wird aber hörbar, dass er in den letzten Jahren schweres Fach gesungen hat: Enée in Berlioz' "Die Trojaner" oder Samson in Saint-Saens' "Samson et Dalila". Während Kurzaks Stimme sich warm verströmt, muss Alagna manches Mal forcieren. Dennoch: Dieses Puccini-Album lädt zum Träumen und Sich-sehnsüchtig-Versenken in die Musik ein.

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Aleksandra Kurzak und Roberto Alagna: "Puccini in Love"

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Dieses Puccini-Album von Aleksandra Kurzak und Roberto Alagna lädt zum Träumen ein.

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Puccini in Love

Label:
Sony Classical

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 17.12.2018 | 06:40 Uhr