Stand: 18.09.2019 13:43 Uhr

Virtual Reality auf dem Reeperbahn Festival

von Juliane Bergmann

Am Mittwoch beginnt das Reeperbahn Festival in Hamburg. Neben zig Konzerten, die bis Sonnabend stattfinden, stehen auch viele Kunst-Projekte auf dem Programm - also Ausstellungen, Installationen, Performances, die die Besucher anschauen können. Aber man kann auch selbst zum Akteur werden. Etwa bei dem Virtual-Reality-Erlebnis "Symphony of Noise", das zum ersten Mal in voller Länge vor Publikum präsentiert wird. Ein Selbstversuch.

Ein ehemaliger Schiffscontainer auf dem Heiligengeistfeld im Hamburg. Draußen wird geschleppt, gehämmert, gesägt. Letzte Aufbauarbeiten im Künstlerdorf beim Hamburger Reeperbahn Festival. Aber ich bin ganz woanders: Versetzt in die Perspektive eines Embryos im Mutterleib vielleicht.

Unterwegs mit der VR "Symphony of Noise"

Klänge mit Atmen gestalten

Ich trage Kopfhörer und eine Virtual-Reality-Brille. Ich höre und sehe also eine virtuelle Welt. Wenn ich den Kopf bewege, verändert sich der Bildausschnitt. Zunächst bin ich etwas zögerlich. Zum Glück hab ich Michaela Pnacekova an meiner Seite. Sie ist Creative Director, quasi wie die Regisseurin bei dem Projekt.

Das VR-Erlebnis heißt "Symphony of Noise" - also Sinfonie des Lärms. Der Nutzer gestaltet interaktiv eine Klang-Collage, Texttafeln geben dafür die Anleitung. Angelehnt ist das Projekt an die Ideen des britischen Komponisten Matthew Herbert, der Geräusche aus Alltagsgegenständen zu Elektro-Musik macht. Für dieses VR-Erlebnis heißt das konkret: Ich gestalte zum Beispiel Klänge mit meinem Atem, mit meiner Stimme oder mit vollstem Körpereinsatz. So schlage ich wild auf ein virtuelles Supermarkt-Regal ein. Beim Runterpurzeln machen die Milchtüten und Dosen ein Geräusch, ein Rhythmus entsteht.

Musik noch intensiver machen

Den Machern geht es darum, mit der Wahrnehmung zu spielen - Erlebtes und in diesen Fall: Musik - noch intensiver erlebbar zu machen. "Der Nutzer wird zum Akteur. Er steuert im Prinzip die ganze Sache", erklärt Phivos Angelos Kollias, der die "Symphony of Noise" komponiert hat, und fügt hinzu: "Wir haben zwar Erwartungen, was du tun wirst. Aber es kann sein, dass du dich ganz anders verhältst. Das ist wahrscheinlich die größte Herausforderung. Am Ende müssen wir - die Macher - loslassen. Aber für uns ist das auch genau der Reiz - die überraschenden Ergebnisse."

Und so hört es sich an:

 

NDR Kultur Reporterin Juliane Bergmann trägt eine VR-Brille. © NDR Foto: Claudio Campagna

VR-Erlebnis auf dem Reeperbahn Festival

NDR Kultur - Klassisch unterwegs -

NDR Kultur Reporterin Juliane Bergmann hat auf dem Reeperbahn Festival das Virtual-Reality-Erlebnis "Symphony of Noise" getestet. Wie sich das angefühlt hat, erfahren Sie hier.

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Dieses Thema im Programm:

Klassisch unterwegs | 18.09.2019 | 17:40 Uhr