Soirée

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2019 - Das Preisträger-Projekt II

Sonntag, 20. Oktober 2019, 22:00 bis 00:00 Uhr

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Die flach gedeckte Backsteinkirche des ehemaligen Benediktinerinnenklosters stammt aus der Zeit um 1280.

Es war eine Art musikalisches Ferienlager mit abendlichen Auftritten: Elf befreundete Musikerinnen und Musiker hatte die Preisträgerin in Residence der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die Cellistin Harriet Krijgh, in diesem Sommer zur Preisträgerwoche ins Schloss Hasenwinkel eingeladen. Intensive Proben in unterschiedlichen Zusammensetzungen, Erarbeitung neuer Stücke, aber auch verregnete Fußballturniere und Grillabende lagen hinter den Musikerinnen und Musikern, als sie am 1. August das Preisträger-Projekt II in der Klosterkirche im mecklenburgischen Rühn präsentierten.

Harriet Krijgh bringt frühe musikalische Erinnerung zu Gehör

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Temperament und musikalische Ausdrucksvielfalt: Die Cellistin Harriet Krijgh ist eine der aufregendsten Cellistinnen der Gegenwart.

Harriet Krijgh hatte das Programm zusammengestellt und begann mit einer ihrer frühesten musikalischen Erinnerungen: Haydns Klaviertrio in G-Dur hatte sie bereits als kleines Mädchen mit ihren Brüdern gemeinsam gespielt, und sie schwärmt bis heute: "Man hört das Elegante, das Feine, es ist ein traumhafter zweiter Satz."

Volksmusik Siebenbürgens und der Puszta

Osteuropäische Musik - das war der rote Faden des Konzerts. Und so erklang auch Zoltán Kodálys Duo für Violine und Violoncello. Der Komponist schrieb es 1914, unmittelbar nachdem er als musikalischer Forschungsreisender mit einem Edison-Phonographen durch Ungarn gereist war, um die Volksmusik Siebenbürgens und der Puszta zu entdecken und zu dokumentieren. Und weil seit sechs Jahren auch der Cellist Daniel Müller-Schott regelmäßiger Teilnehmer bei der Preisträgerwoche der Festspiele ist, hatte Harriet Krijgh natürlich ein passendes Stück ausgewählt: Anton Arenskys Streichquartett Nr. 2 ist mit zwei Celli statt mit zwei Geigen besetzt.

Umjubelter Autritt von Matthias Schorn

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Die vier jungen Männer vom SIGNUM saxophone quartet haben eine Vision von Klang und Zusammenspiel: Kammermusik für Saxofon.

Den kürzesten aber am stärksten bejubelten Auftritt des Abends hatten der Klarinettist Matthias Schorn und das SIGNUM saxophone quartet. Sie spielten "Naphtule Is Having a Bad Day" von Olivier Truan. Ganze vier Minuten dauerte der Auftritt dieser "Holzbläser-Boygroup" in der kleinen Rühner Kirche, den das Publikum in Mecklenburg-Vorpommern mit rhythmischer Beifall-Ekstase beantwortete.

 

Das Programm


Joseph Haydn:
Klaviertrio G-Dur Hob. XV:25
Zoltán Kodály:
Duo op. 7
Anton Arensky:
Streichquartett a-Moll op. 35
Richard Galliano:
"Tango pour Claude" für Klarinette und Akkordeon
Olivier Truan:
"Naphtule Is Having a Bad Day" für Klarinette und Saxofonquartett

Harriet Krijgh Cello / Matthias Schorn Klarinette
Nikita Boriso-Glebsky und Emmanuel Tjeknavorian Violine
Lise Berthaud Viola / Daniel Müller-Schott Cello
Magda Amara Klavier / Martynas Levickis Akkordeon
SIGNUM saxophone quartet

Aufzeichnung vom 01.08.2019 in der Klosterkirche Rühn

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