Starke Stücke

Zwei Meisterwerke von Wolfgang Amadeus Mozart

Donnerstag, 22. Oktober 2020, 19:00 bis 20:00 Uhr

Porträt von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), gemalt von Barbara Krafft (1764-1825), 1819 © picture-alliance/Leemage Foto: Costa
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Zwei Meisterwerke Wolfgang Amadeus Mozarts stehen auf unserem Programm - die "kleine Nachtmusik" und das A-Dur-Violinkonzert. Was für ein kühnes Werk! Schon für den Anfang hat sich Mozart etwas vollkommen Neues einfallen lassen: Nach der Einleitung des Orchesters lässt er die Solo-Violine nicht mit dem Hauptthema einsetzen, sondern Adagio, frei-rhapsodisch. Im Finale wirbelt Mozart uns hin und her zwischen anmutigem Menuett und wildem "alla turca". Und das Ende? Nicht beifallheischend, sondern zart. Kein Geiger, keine Geigerin kommt an diesem Violinkonzert vorbei. Jede, jeder hat es im Repertoire. Mozart schrieb, "Ich bin kein Liebhaber von Schwierigkeiten" - wie nur hat er das gemeint?

Ein kleines Werk, das überrascht

"Eines der bekanntesten Werke" nennt der Mozart-Biograph Alfred Einstein die Serenade KV 525, "zugleich aber eines der rätselhaftesten". Entstehung, Anlass, Auftraggeber, Aufführung der so populär gewordenen "Kleinen Nachtmusik" liegen im Dunkeln. Man kennt lediglich das Datum der Fertigstellung - "Eine kleine Nacht Musick" trug Mozart am 10. August 1787 in sein eigenhändiges Werkverzeichnis ein. Er war gerade mitten im "Don Giovanni". Wo Rätsel sind, da entsteht Raum für Vermutungen: Könnte Mozart seine "kleine Nachtmusik" komponiert haben als Gegenstück zum "musikalischen Spaß" KV 522? Als Entspannung während der Arbeit an "Don Giovanni"? Als Apotheose auf die Serenade, diese besondere Form der Unterhaltungsmusik?

Musik, die über sich selbst nachdenkt

Auf jeden Fall ist dies Musik, die über sich selbst nachdenkt: Was macht eine Serenade eigentlich aus, scheint Mozart zu fragen. Festlichkeit, poetisches Ständchen, schlichte Eingängigkeit, ob er je einen Gedanken daran verschwendet hat, dass dieses Stück zu seinem berühmtesten werden sollte? Warum er die Nachtmusik "klein" nannte - die Sätze sind knapp gehalten. Und vielleicht muss man sich vorstellen, wie Mozart in einer Wiener Vorstadt im Grünen lebte und womöglich diese Serenade für das gesellige Musizieren daheim im kleinen Kreis komponierte.

Das Programm


Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219
Arabella Steinbacher Violine
NDR Radiophilharmonie
Ltg.: Andrew Manze

Serenade G-Dur "Kleine Nachtmusik" KV 525
Concerto Köln
Ltg.: Anton Steck

Eine Sendung von Raliza Nikolov

Weitere Informationen
Dach der Elbphilharmonie in Hamburg © picture alliance/Bildagentur-online Foto: Bildagentur-online/Ohde

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