Starke Stücke

Mit Raliza Nikolov

Dienstag, 26. November 2019, 13:00 bis 14:00 Uhr

Eine undatierte historische Lithografie zeigt die Komponistin Emilie Mayer. © dpa Foto: Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz
Eine undatierte historische Lithografie zeigt die Komponistin Emilie Mayer. Vor 200 Jahren wurde im mecklenburgischen Friedland die zu Lebzeiten europaweit gefeierte Komponistin Emilie Mayer geboren.

Wenn man sich die Vita von Emilie Mayer anschaut, würde man nicht denken, dass die Apothekertochter Anfang des 19. Jahrhunderts geboren wurde. In Friedland, einem Ort mitten in Mecklenburg zwischen Neubrandenburg und Anklam kam sie 1812 zur Welt. Die Familie war wohlhabend, der Vater förderte sie früh. Sie spielte Klavier und komponierte. Der normalerweise für eine Frau vorgezeichnete Weg wäre in Heirat und Haushalt geendet. Geheiratet hat sie aber nicht. Sie blieb bei ihrem Vater, der starb früh, Emilie Mayer war 28 Jahre alt und plötzlich nicht nur reich, sondern auch frei. Bei Carl Loewe in Stettin studierte sie Komposition. Neben Kammermusik komponierte sie Sinfonien. Die erste - in c-moll - hören wir in einer Aufnahme der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Leo McFall.

Die erste hauptberufliche Komponistin der Zeitgeschichte

Loewe empfahl Emilie Mayer Adolf Bernhard Marx und Wilhelm Wiprecht, sie ging nach Berlin. Hier bekam sie jede Unterstützung, fand sich schnell zurecht. Ihre Werke wurden am Königlichen Schauspielhaus aufgeführt, sie gründete einen eigenen musikalischen Salon, der rasch beliebt war. Reinhard Wulfhorst, Herausgeber der Werke Emilie Mayers, sagt, sie sei "die erste hauptberufliche Komponistin der Zeitgeschichte" gewesen.

Eine Komponistin, deren Werke auch in Dessau oder Halle, München oder Leipzig, Wien oder Brüssel aufgeführt wurden, die als "weiblicher Beethoven" gerühmt und vielfach geehrt wurde: In Berlin war sie Mitvorsteherin der Opernakademie, in München Ehrenmitglied der Philharmonischen Gesellschaft. Von Königin Elisabeth von Preußen bekam sie einen Orden für ihre musikalischen Verdienste.

Programm:

Emilie Mayer
Sinfonie Nr. 1 c-moll
NDR Radiophilharmonie / Ltg.: Leo McFall
Ewa Kupiec, Klavier / Neubrandenburger Philharmonie / Ltg.: Sebastian Tewinkel

 

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