Starke Stücke

Mit Jan Wiedemann

Donnerstag, 28. November 2019, 13:00 bis 14:00 Uhr

Joseph Haydn gilt als Vielschreiber, der vor allem für seine Sinfonien, Streichquartette und Klaviersonaten bekannt war. Am Donnerstag gibt es bei NDR Kultur dreimal Haydn in den "Starken Stücken" - allerdings Musik einer anderen Gattung: Gespielt werden drei Konzerte für drei Instrumente: Violine, Trompete und Klavier.

Violinkonzert C-Dur (Hob. VIIa:1)

Joseph Haydn © WDR/akg-images
Der Komponist Joseph Haydn aus Österreich lebte von 1732 bis 1809.

Der junge Haydn hat das Konzert am Hof des Fürsten Esterházy geschrieben, für dessen Konzertmeister Luigi Tomasini. Dieser war mit nicht mal 25 Jahren ein großer Virtuose. Haydn und Tomasini waren offenbar auch gut befreundet, und sie teilten denselben Humor. Einst sollen sie bei einem Konzert absichtlich die Saiten ihrer Geigen zerstört haben, damit beide die Bühne verlassen konnten. Der zurückbleibende Rest des Ensembles waren demnach adlige Laienmusiker, die mit der weiteren Aufführung wohl etwas überfordert gewesen sein sollen - offenbar sehr zur Belustigung der anwesenden Kaiserin.

Trompetenkonzert Es-Dur (Hob.VIIe:1)

Die Naturtrompete und ihre Vorläufer gibt es seit Jahrtausenden: Anders heutige Bauformen hat sie keinerlei Klappen und Ventile. Ende des 18. Jahrhunderts dann entwickelte der Wiener Trompeter Anton Weidinger die erste Klappentrompete, die chromatische Töne erzeugen konnte. Das erste Konzert für das neue Instrument kam 1796 von Joseph Haydn: Sein Es-Dur Trompetenkonzert demonstrierte eindrucksvoll die Möglichkeiten des neuen Instruments. Das Wiener Burgtheater soll bei der Uraufführung zwar leer gewesen sein - bis heute gilt das Es-Dur-Konzert aber als Trompeten-Standard-Werk. 

Klavierkonzert G-Dur (Hob. XVIII:9) 

Über dieses Konzert streiten sich Experten bis heute: Stammt es tatsächlich aus Haydns Feder, oder nicht? Ein ungewohnt großer Tonumfang im Solopart, ein langsamer Satz in Moll - das alles könnte gegen Haydns Urheberschaft sprechen. Vertreter der anderen Sichtweise führen dann jedoch Haydns-Experimentierfreudigkeit an: Die Ausnahme also, die die Regel bestätigt. Die endgültige Antwort auf diese Frage dürfte also ausbleiben.

VIDEO: Blomstedt dirigiert Haydn und Bruckner (97 Min)

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