Das Gespräch

Gast: Günther Uecker

Samstag, 18. Juli 2020, 18:00 bis 18:30 Uhr

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Günther Uecker im Gespräch

Sendung: Das Gespräch | 18.07.2020 | 18:00 Uhr | von Lötsch, Lenore

Die Kunst- und die Weltgeschichte eines ganzen Jahrhunderts spazieren durch den Raum, wenn sich der 90-jährige Künstler Günther Uecker detailreich an sein Leben erinnert.

Günther Uecker © picture alliance/dpa Foto: Fabian Strauch
"Ein Künstler soll die Gesellschaft beunruhigen und sich behaupten", sagt Günther Uecker.

"Nagelkünstler" ist die Schublade, in die ihn die Kunstwelt seit fünf Jahrzehnten einsortiert. Günther Uecker zuckt mit den Schultern: "Mensch würde mir eigentlich reichen!" Auf andere Etiketten könne er gern verzichten, sagt der 90-Jährige in seiner Werkstatt im Düsseldorfer Medienhafen. Endlich kann er hier wieder arbeiten. Im Februar war er gerade noch rechtzeitig vor dem Corona-Lockdown aus dem Iran ausgereist, hatte sechs Wochen in strenger Klausur zu Hause verbracht, nun arbeitet er wieder an drei Meter hohen leuchtend blauen Bildern. Er ist gerade in einer äußerst schöpferischen Phase: "Ich bin da sehr manisch, und wenn ich handele, befreit es mich. Deshalb arbeite ich jetzt so intensiv. Das ist wie eine Autotherapie."

Ausstellungen in Schwerin und Rostock

Zu seinem 90. Geburtstag widmen gleich zwei Museen in Mecklenburg-Vorpommern dem Maler und Objektkünstler Ausstellungen: "UECKER 90" heißt die Schau im Staatlichen Museum in Schwerin, die Objekte aus seiner eigenen Sammlung präsentiert. Und die Rostocker Kunsthalle zeigt noch bis Mitte August den 2015 entstandenen Zyklus "Huldigung an Hafez" - 42 Arbeiten, in denen sich der Künstler mit den Versen des persischen Dichters Hafez auseinandersetzt.

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ZERO-Künstler Günther Uecker in den Räumen seiner Ausstellung im K20 der Kunstsammlung NRW © dpa - Bildfunk Foto: Federico Gambarini

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"Ein Künstler soll die Gesellschaft beunruhigen"

Im Gespräch mit NDR Kultur erzählt Günther Uecker von seiner Kindheit, seiner Ausbildung zum "Agitprop"-Plakatmaler in der DDR, seinen Reisen zum selbst gewählten Vater, dem Künstler Otto Pankok, nach Düsseldorf, aber auch zu Picasso nach Madoura. Die Kunst- und die Weltgeschichte eines ganzen Jahrhunderts spazieren durch den Raum, wenn Günther Uecker sich detailreich an sein Leben erinnert. Sich dem Unsagbaren in seiner Kunst zu nähern, ist sein Antrieb. "Ein Künstler soll die Gesellschaft beunruhigen und sich behaupten" - das ist sein Credo. Schon als Kind hat er gehofft, sehr alt zu werden. Nun steht der 90-jährige Günther Uecker kraftvoll in seinem Atelier, denkt über die Welt da draußen nach, die aus den Fugen ist - und malt.

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