Welt der Musik

Bedeutend doch kaum bekannt - Der Pianist Emil von Sauer

Sonntag, 17. Januar 2021, 18:00 bis 19:00 Uhr

Der Pianist und Komponist Emil von Sauer im Portrait. © picture alliance / Heritage-Images | © Fine Art Images/Heritage Images
Der Pianist und Komponist Emil von Sauer im Portrait.

Für seine Verdienste um das österreichische Musikleben wurde Emil Sauer im Jahr 1917 in Wien der Adelstitel verliehen. Er hatte da bereits - mit einer mehrjährigen Unterbrechung - zehn Jahre in der österreichischen Hauptstadt am "Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde" unterrichtet, das im Jahr 1909 verstaatlicht und umbenannt wurde. Seit Ende des 19. Jahrhunderts war Sauer ständiger Gast der Wiener und Budapester Konzertpodien, spielte eine Reihe von Tourneen in Europa und den USA. 1877 gastierte der legendäre Pianist und Komponist Anton Rubinstein, der Gründer des Petersburger Konservatoriums, im Hamburger "Conventgarten", dem damals wichtigsten Konzerthaus der Hansestadt, das leider im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Rubinstein gab seinerzeit vier Konzerte und beeindruckte auch das Hamburger Publikum so sehr, dass sein Spiel wochenlang das wichtigste Gesprächsthema blieb, wie sich Emil von Sauer später erinnerte.

Emil Sauers Klavierstudium am Moskauer Konservatorium

Der 15-jährige Emil durfte dann dem Meister vorspielen, und der empfahl sofort ein Klavierstudium bei seinem Bruder Nikolai Rubinstein in Moskau, der seinerseits das dortige Konservatorium gegründet hatte und zu den gesuchtesten Klavierpädagogen und begnadetsten Pianisten seiner Zeit zählte. Anton Rubinstein schrieb seinem Bruder einen Brief nach Moskau und bat darin, den jungen Emil Sauer anzuhören. In den Jahren 1879-1881 studierte Sauer dann tatsächlich in Moskau, wo ihn eine sehr harte pianistische Ausbildung erwartete. 1884 und 1885 gehörte er zum Schülerkreis um Franz Liszt in Weimar. Sauers Debüt in Berlin im Jahr 1885 wurde ein sensationeller Erfolg, und er erwachte am nächsten Tag als "berühmter Pianist", wie er in seinen Memoiren schreibt.

Komponistisches Schaffen in jungen Jahren

Besonders als junger Künstler hatte er auch kompositorische Ambitionen: Er schrieb zwei Klavierkonzerte, eine Reihe von Konzertetüden und auch Sonaten für sein Instrument. Ein paar dieser Etüden - darunter "Espenlaub" - erfreuten sich jahrzehntelang großer Beliebtheit. Auch als Herausgeber der Klavierwerke von Chopin und Liszt, sowie als Jury-Mitglied bei wichtigen Klavierwettbewerben in den 1930er-Jahren ist Emil von Sauer in Erscheinung getreten. Bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1942 war Sauer als Pianist und Pädagoge aktiv. Da hatte er schon an die 30 Jahre ein Geheimnis gehütet, das sein Schüler Bruno Breunlich erstmalig in den Erinnerungen an seinen Meister offenbart hat.

Eine Sendung von Thomas Böttger

 

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