Starke Stücke

Mit Eva Schramm

Donnerstag, 25. Juli 2019, 13:00 bis 14:00 Uhr

Denkt man an die äußerst lebendige Musikszene Wiens zu Anfang des 20. Jahrhunderts, kommen einem Namen wie Mahler, Schönberg und Berg in den Sinn. Und auch Alexander Zemlinsky, 1871 in Wien geboren, spielte in der Kulturwelt seiner Heimatstadt eine große Rolle. So wurde der nur 1.59m große Dirigent und Komponist im Jahr 1904 Musikdirektor der späteren Wiener Volksoper. 

Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen © dpa
Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen

In den zwei Jahren davor hatte Zemlinsky an einer sinfonischen Fantasie mit dem Titel "Die Seejungfrau" gearbeitet, die 1905 dann auch in Wien zur Uraufführung kommen sollte - unglücklicherweise in demselben Konzert, in dem auch die symphonische Dichtung "Pelleas und Melisande" seines Schülers und Schwagers Arnold Schönberg uraufgeführt wurde. Denn leider stahl Schönbergs revolutionäres Werk Zemlinskys fein instrumentierter Tondichtung so ziemlich die Schau.

Von Andersens Märchen "Die kleine Meerjungfrau" inspiriert

Und so geriet Zemlinskys "Seejungfrau" ziemlich schnell wieder in Vergessenheit - was auch daran lag, dass er den ersten Teil der Wiener Ärztin und Schriftstellerin Marie Pappenheim schenkte, während er den zweiten und dritten Teil der Fantasie mit in die USA nahm, nachdem er von Wien aus Ende der 1930er Jahre in die USA flüchten musste. Erst in den 1980er Jahren wurde das komplette Werk, das auf dem Andersen-Märchen "Die kleine Meerjungfrau" basiert, wieder zusammen aufgeführt und wurde seither auch des öfteren schon eingespielt.

Sie hören "Die Seejungfrau" auf NDR Kultur in einer Aufnahme mit der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin unter der Leitung von Mark Rohde.

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