Stand: 22.02.2019 15:59 Uhr

Chefdirigent Andrew Manze verlängert Vertrag

Andrew Manze bleibt bis 2023 Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie - sein Vertrag wurde zum mittlerweile dritten Mal vorzeitig verlängert. NDR Kultur Redakteurin Raliza Nikolov war bei der Vertragsunterzeichnung in Hannover dabei.

Frau Nikolov, wie haben Sie diesen Termin mit NDR Intendant Lutz Marmor und Joachim Knuth, dem Programmdirektor Hörfunk, erlebt?

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Raliza Nikolov

Raliza Nikolov: Es war eine sehr gelöste Atmosphäre im Kleinen Sendesaal des NDR in Hannover. Man konnte deutlich spüren, dass ein solcher Termin zu den beglückenden gehört - und Joachim Knuth hat auch angesprochen, warum: Es ist bekannt, wie rasch Leidenschaften erlöschen können, wenn es um wechselseitige Hoffnung auf Vitalität, neue künstlerische Ideen geht. Seine Bilanz zur Halbzeit - die Erwartungen seien weit übertroffen worden. Er hob, wie schon Lutz Marmor, die Inspirationskraft und künstlerische Freude hervor, die Andrew Manze ausstrahlt, aber auch den Willen des Orchesters, sich immer wieder neu und neugierig auf die Ideen einzulassen.

Es waren auch Mitglieder der NDR Radiophilharmonie anwesend, wie haben sie reagiert?

Nikolov: Ich glaube, dass sie sich sehr bewusst sind darüber, wie produktiv eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen einem Orchester und seinem Chefdirigenten gerade über einen längeren Zeitraum hinweg sein kann, wenn sie von gegenseitigem Respekt getragen ist. Und sie genießen es sehr, sowohl im Umkreis von Hannover viel Wertschätzung mit ihren Konzerten und Projekten zu erfahren als auch international, wie zuletzt in Salzburg.

Andrew Manze hat jetzt die Halbzeit erreicht - er ist viereinhalb Jahre da, hat viereinhalb Jahre vor sich. Wie hat er sich zu der Vertragsverlängerung geäußert?

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Nikolov: Er sei begeistert und fühle sich zugleich sehr geehrt, sagte Andrew Manze. Er sagte mir, wie wichtig es sei, gegenseitig Vertrauen aufzubauen: Je älter er werde, desto mehr lerne er, vor allem den Musikern zu vertrauen. Und den Musikerinnen und Musikern der NDR Radiophilharmonie könne man mehr vertrauen als jedem anderen Orchester.

Das sagt sich leicht dahin, ich kann aber aus meiner Erfahrung sagen, dass sich in den vergangenen Jahren tatsächlich sehr viel getan hat: Das Orchester ist hellwach, und es spielt auch Repertoire-Stücke wie die erste Symphonie von Brahms, als hätten sie sie gerade ganz neu angeschaut, keine Spur von Routine.

Hat sich Andrew Manze schon über Zukunftspläne geäußert?

Nikolov: Er freut sich zunächst einmal sehr darüber, so viel Zeit zu haben, neue Ideen zu entwickeln. Konkret hat er sich noch bedeckt gehalten, denn Anfang April wird das Programm für die kommenden Saison vorgestellt, nur so viel: Es wird eine ungewöhnliche Saison werden mit ein paar Überraschungen. In den kommenden Saisons bis 2023 möchte er neben den großen Schwerpunkten Mozart, Beethoven und Brahms auch den Blick richten auf die skandinavische Musik. Und er möchte gemeinsam mit dem neuen Chefdirigenten des NDR Elbphilharmonie Orchesters, mit Alan Gilbert, dafür sorgen, dass sich die Programme der beiden Ensembles gut ergänzen, sodass dem Publikum ein großes Panorama geboten werden kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 22.02.2019 | 14:20 Uhr