Puja Patel, Kate Nash und Peaches (l-r) sprechen beim Reeperbahn Festival zum Thema Keychange und Gendergerechtigkeit in der Popmusik. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Nachtclub ÜberPop: Gendergerechtigkeit im Pop

Sendung: Nachtclub ÜberPop | 16.04.2021 | 21:00 Uhr | von Keil, Siri
58 Min

Wovon Musikerinnen*, Veranstaltungstechnikerinnen*, Veranstalterinnen*, Bookerinnen* oder Produzentinnen* ein Lied singen können: Von einer echten Gleichstellung der Geschlechter sind wir auch im Bereich Popmusik noch weit entfernt.
Noch immer haben weibliche, trans- und non-binäre Künstlerinnen im Musikgeschäft nicht die gleichen Chancen, wie ihre männlichen Kollegen. Noch immer werden Frauen* in sämtlichen Bereichen der Musikindustrie in Sachen Beschäftigung und Bezahlung benachteiligt. Neben dem Gender-Pay-Gap existiert außerdem ein Gender-Show-Gap: Weder die Line-ups von Festivals und Musikspielstätten noch die Programme privater oder öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten präsentieren die reale gesellschaftliche Vielfalt. Und auch in den Streaming-Diensten sieht es nicht anders aus: Laut einer neuen Erhebung der European Broadcasting Union (EBU) stammten im Jahr 2019 gerade mal 23% aller Spotify-Streams weltweit von Frauen oder Mixed-Gender-Künstler*innen.
Diese ungleichen Zustände aufzuheben und eine geschlechtergerechte Musikindustrie zu erreichen ist das Ziel der internationalen Initiative Keychange: Festivals und Musikorganisationen sollen bis 2022 für eine 50%ige Geschlechterbalance sorgen, Spielorte, wie Clubs und Konzerthäuser sind aufgefordert sich für Geschlechtergleichheit einzusetzen, Radios sollen ihre Musikprogramme kritisch prüfen und Unternehmen aus der Musikbranche ihre eigenen Strukturen überdenken. Von 2019 bis 2024 leitet das Hamburger Reeperbahn Festival die zweite Phase der Initiative, Keychange 2.0, in enger Abstimmung mit der britischen PRS Foundation und dem Musikcentrum Öst (Schweden).
Auf dem Reepberbahn Festival gegründet hat sich auch das das erste bundesweite Netzwerk für alle Musikfrauen* in Deutschland: Music Women Germany. Seit 2019 geht es ihnen als unabhängige Dachorganisation von 16 regionalen Ländernetzwerken um die Förderung, Vernetzung und Sichtbarmachung von Frauen* in der Musikwirtschaft. 

Wie steht es um die Forderungen nach Geschlechter-Gerechtigkeit aktuell, und welche Effekte hat die Corona-Krise auf diese notwendigen Entwicklungen?
Darüber spricht Siri Keil zu passender Musik mit der Keychange-Projektleiterin Merle Bremer und mit Jovanka v. Wilsdorf von Music Women Germany.