Sendedatum: 13.06.2018 10:00 Uhr

Darf bei der Arbeit Fußball laufen?

Bild vergrößern
Fußball im Büro? Vielen Arbeitnehmern ist das während der Weltmeisterschaft wichtig.

Für viele Fußball-Fans ist die anstehende Weltmeisterschaft gleichbedeutend mit vier Wochen Ausnahmezustand. Das richtige Leben bleibt aber nicht stehen: Einige Spiele in Russland finden dann statt, wenn die meisten noch arbeiten müssen. Das letzte Vorrundenspiel Deutschlands gegen Südkorea etwa ist an einem Mittwoch um 16 Uhr, ein mögliches Achtelfinalspiel an einem Dienstag um 16 Uhr. Bei einigen Spielen ist sogar schon um 14 Uhr Anpfiff.

Darf man die Spiele auf der Arbeit sehen?

Einen Anspruch auf Fußball gibt es leider nicht. Am besten ist es, mit dem Chef zu klären, was erlaubt ist. Es gibt Unternehmen, die es tolerieren und solche, die sogar ein Public Viewing bei sich in den Konferenzräumen veranstalten. Sicherlich ist das auch gut für das Betriebsklima. Ist Fußball-Gucken aber verboten, dann können sich Arbeitnehmer nur in den Pausen um die Weltmeisterschaft kümmern und schnell den Live-Ticker checken oder das WM-Tippspiel mit den Kollegen machen. Wer auf der Arbeit schwere Maschinen bedienen muss, der darf sich natürlich nicht durch die WM ablenken lassen.

Was ist mit Radio oder Internet?

Oft tolerieren es Betriebe, wenn im Hintergrund Radio läuft. Bei einer 90-minütigen Live-Reportage kann das Ablenkungsrisiko allerdings so groß sein, dass man besser vorher den Chef um Erlaubnis bittet. Ab und an auf den Internet-Liveticker zu blicken, sollte in Ordnung sein, solange der Betrieb die private Nutzung des Computers erlaubt. Sonst bleibt als Ausweichmöglichkeit das eigene Smartphone. Man sollte es allerdings nicht übertreiben.

Was passiert, wenn man trotzdem mal den Livestream anschaltet?

Bild vergrößern
Die Fußball-WM im Internet zu verfolgen, kann auf der Arbeit zu Problemen führen. Kurz auf den Liveticker zu schauen, wird aber meistens geduldet.

Wer sich der Anweisung des Chefs widersetzt und somit gegen seinen Arbeitsvertrag verstößt, der muss in aller Regel mit einer Abmahnung rechnen, sagt der Hamburger Anwalt für Arbeitsrecht, Felix Prochnow. Wenn so ein Verhalten allerdings wiederholt auftritt, kann am Ende die Kündigung stehen. Nur in Härtefällen, bei eklatanten Vertragsverletzungen, kann eine sofortige Kündigung auf den Arbeitnehmer zukommen.

Darf man denn im Trikot kommen und den Arbeitsplatz schwarz-rot-gold dekorieren?

Bild vergrößern
Bei der WM wollen Fans Flagge zeigen - aber auch im Büro?

Hier kommt es auf den Betrieb an und darauf, was man genau dort arbeitet. Wer im Büro sitzt und keinen Kundenkontakt hat, der sollte auf der sicheren Seite sein. Gegen Deutschland-Kette, Schminke und Fan-Trikot spricht an sich nichts, solange sie die Arbeit nicht behindern. Doch je mehr man seine Firma auch nach außen repräsentiert, desto eher kann der Chef auf angemessene Kleidung bestehen. Meistens steht in Arbeitsverträgen drin, ob es eine Kleidungsvorschrift im Betrieb gibt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Der NDR 2 Vormittag | 13.06.2018 | 10:00 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ndr2/sendungen/vormittag/WM-am-Arbeitsplatz,fussball2948.html