Sendedatum: 06.12.2019 19:00 Uhr

Weinstein-Prozess: "Ein Gewinn, bevor er angefangen hat"

Am Montag hat in New York der Prozess gegen den ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein begonnen. Mehr als 80 Frauen werfen dem heute 67-Jährigen vor, sie vergewaltigt zu haben oder anderweitig sexuell übergriffig geworden zu sein. Der Fall war der Beginn der #MeToo-Debatte.

von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Harvey Weinstein (M) kommt mit einer Gehhilfe am Obersten Gericht des Bundesstaates New York in Manhattan an.  Foto: Seth Wenig
Mit einer Gehhilfe ging der Angeklagte Weinstein zum Prozessauftakt ins Gerichtsgebäude.

Das Urteil ist ungewiss. "Doch dieser Prozess ist bereits ein Gewinn, bevor er überhaupt angefangen hat - ein Sieg für alle Frauen und auch Männer, die Opfer von sexuellem Machtmissbrauch im Job geworden sind."

Der Prozess ist ein Sieg für alle Frauen und auch Männer, die sich in der Geschichte der Harvey Weinstein-Opfer wiederfinden. Nicht in nur in Hollywood, sondern auch in Bremen, München oder Gelsenkirchen. Nicht nur im Filmgeschäft, sondern in Bäckereien, Büros, Werkstätten.

"Der Prozess ist nun der Scheitelpunkt"

Alle Beschäftigten, die schon einmal sexuelle Erniedrigung am Arbeitsplatz erdulden mussten und sich zum Schweigen verdammt gefühlt haben. Das ist seit zwei Jahren anders: #MeToo – Ich auch, riefen Millionen Menschen nach den ersten Weinstein-Enthüllungen.

Weitere Informationen
Harvey Weinstein im Prozess am Obersten Gericht des Bundesstaates New York.  Foto: Seth Wenig

Hollywood ändert sich nur langsam

Der Prozess gegen Harvey Weinstein hat begonnen - dem Filmproduzenten werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen. 2017 löste der Fall die #MeToo-Debatte aus. Mehr bei tagesschau.de. extern

Die Vorwürfe gegen den einstigen großen Filmproduzenten haben eine Welle erzeugt. Der Prozess gegen Harvey Weinstein ist nun der Scheitelpunkt: das Verfahren wird zeigen, ob der Fall, der die #MeToo-Ära eingeläutet hat, auch Bestand vor einem Strafgericht hat. 

Ob das, was viel zu lange mit einem Augenzwinkern weggeblendet, was systematisch totgeschwiegen wurde - Ob das nach einem fairen Verfahren im Falle eines Schuldspruchs von einer Jury ausdrücklich als das benannt wird, was es ist: ein skrupelloses Verbrechen.

"Dieser Prozess wird noch mehr bewegen"

Porträtbild der ARD-Korrespondentin Antje Passenheim. © WDR Foto: Annika Fußwinkel
Die Meinung von Antje Passenheim, NDR 2 New York.

Es hat sich viel bewegt seit #MeToo. Dieser Prozess wird noch mehr bewegen. Denn er wird der Kultur des Totschweigens eine Kultur des Hinsehens und des Sich-Wehrens entgegensetzen. Und er signalisiert den Weinsteins dieser Welt, dass sie in Zukunft damit rechnen müssen, nicht erst am Ende ihrer Karriere zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Der NDR 2 Nachmittag | 06.12.2019 | 19:00 Uhr

Harvey Weinstein im Prozess am Obersten Gericht des Bundesstaates New York.  Foto: Seth Wenig

Hollywood ändert sich nur langsam

Der Prozess gegen Harvey Weinstein hat begonnen - dem Filmproduzenten werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen. 2017 löste der Fall die #MeToo-Debatte aus. Mehr bei tagesschau.de. extern

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