Sendedatum: 03.04.2020 06:15 Uhr

Unsere Buchempfehlungen

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Mal wieder den Kopf in einem richtig guten Schmöker vergraben: Unsere Redakteur*innen empfehlen ihre Lieblingsbücher.

Sie haben alle Streamingportale schon durch und sind auf der Suche nach einer neuen, sinnvollen Beschäftigung? Wir wäre es mit packendem Lesestoff? Die Kolleg*innen von NDR 2 stellen Ihnen ihre persönlichen Lieblingsbücher vor. Unsere Geheimtipps für Groß und für Klein warten darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Viel Spaß beim Stöbern - und beim Schmökern!

  • „Achtsam morden“ von Karsten Dusse:

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    Elke Wiswedel, NDR 2 Morgen

    Es geht um einen gestressten Anwalt, der von seiner Frau gezwungen wird, ein Achtsamkeitsseminar zu besuchen, damit es mit der Work-Life-Balance wieder läuft. Da lernt er so sehr auf seine Gefühle zu hören, dass er seinen schwierigen, kriminellen Mandanten einfach um die Ecke bringt – selbstverständlich nach allen Regeln der Achtsamkeit. Es folgt Ärger mit der Polizei, mit seiner Frau und der Mafia. Wie er das achtsam löst, ist wirklich sehr unterhaltsam. Es ist ein spannender Krimi mit viel schwarzem Humor. Und ab und zu denkt man tatsächlcih auch mal darüber nach, warum wir eigentlich alle so durchs Leben hetzen.

  • „Oxen. Das erste Opfer“ von Jens Henrik Jensen:

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    Jens Mahrhold, NDR 2 Morgen

    Es geht um den Elitesoldaten Nils Oxen, der mit vielen Auszeichnungen für seinen heldenhaften Einsatz im Ausland zurück nach Dänemark, aber schwer traumatisiert ist. Zuhause geht der Kampf gleich weiter: zum einen gegen seine Traumata und zum anderen gegen einen finsteren Geheimbund. Es geht um Mord und es geht um Macht mit viel Action, ein bisschen düster ist es auch, aber sehr fesselnd geschrieben. Ich konnte dieses Buch schwer aus der Hand legen und habe mir auch gleich noch zwei weitere Teile gekauft. Und dann habe ich gesehen: Seit Ende Januar gibt es auch noch den vierten Teil!

  • "Das Rosie-Projekt" von Graeme Simsion:

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    Jessica Müller, NDR 2 Nachmittag

    Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrau-Projekt: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist. Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin - offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt: Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik.

  • „…und zur Apokalypse gibt es Filterkaffee“ von Micky Beisenherz:

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    Sascha Sommer, NDR 2 Nachmittag

    Er ist ehrlich und schreibt es schon selbst in seinem Vorwort: „Sicher kein Klassiker der Literaturgeschichte.“ Aber Micky Beisenherz kriegt es hin, mich immer wieder sehr zum Lachen zu bringen. Er ist sehr pointiert. Viele Menschen aus dem öffentlichen Leben, die ihr fett wegkriegen – der Maschmeyer zum Beispiel. Viele Spitzen, die er verteilt und viele Alltagsbeobachtungen, die auf den Punkt sind: Zum Beispiel, wenn er über eine Pasta-Pizza-Restaurantkette und ihre Gäste philosophiert, die sich zu fein für McD sind, aber zu geizig für ein gutes Restaurant. Ich mag diesen Humor einfach sehr. Das Buch ist leichte Kost und ein gedrucktes Sammelsurium einiger Kolumnen, aber es ist sehr gute Unterhaltung.

  • „Ich, Eleanor Oliphant“ von Gail Honeyman:

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    Maren Sieber, NDR 2 Moderation

    Das ist was für alle, die Lust haben auf ein Buch, das einen zum Lachen, zum Weinen und zum auch Nachdenken bringt. Und auch für alle, die Lust haben, eine etwas andere Protagonistin kennenzulernen. Eleanor Oliphant ist anders! Sie ist 30 Jahre alt, Finanzbuchhalterin, Single, ohne Freunde. Es gibt zwei soziale Kontakte: das wöchentliche Telefonat mit ihrer Mutter und die Gespräche mit ihrer Topfpflanze. Dazu lebt Eleanor nach starren Regeln, hat immer den gleichen Tagesablauf. Das gibt ihr zwar Sicherheit, macht aber eben auch sehr einsam. Ich kann nicht zu viel verraten, aber es hat Gründe, warum Eleanor so ist, wie sie ist. Als ich den letzten Satz des Buches gelesen habe, war das eine Mischung aus „ich bin traurig“, „ich bin glücklich“, „ich muss lächeln“ und „ich habe auch ein kleines Tränchen im Auge“.

  • „Airtropolis“ von Werner Bartsch:

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    Christopher Scheffelmeier, NDR 2 Moderation

    Weniger Text, mehr Bilder! Das Werk zeigt Bilder vom Frankfurter Flufhafen. Für alle, die sich ein wenig in die Ferne denken möchten und sich gerne schöne Flugzeugbilder ansehen.

  • Frühstück mit Kängurus“ von Bill Bryson:

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    Torben Pöhls, NDR 2 Redaktion

    Hierbei handelt es sich nicht nur um einen Reisebericht, sondern ist sehr lustig geschrieben! Bill Bryson ist Amerikaner und beschreibt die Eigenheiten der Aussies, ihrer weiten Landschaften und ihrer gefährlichen Tiere mit so viel Witz und Liebe, dass ich beim Lesen gar nicht gemerkt habe, wie die Zeit vergangen ist. Vom Humor her ein wenig wie Douglas Adams. 416 Seiten Reisespaß!

  • "Die Nebel und Avalon" von Marion Zimmer Bradley:

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    Anouk Schollähn, NDR 2 Aktuell

    Eine Erzählung rund um die König Artus Sage und die Ritter der Tafelrunde. Der Fokus liegt hierbei auf den weiblichen Figuren, wie z.B. auf Morgause, der Priesterin und Schwester des Königs. Den Lesern wird schnell klar, dass die Frauen durch ihr geheimes Wissen damals die Macht hatten. Ein sehr phantasievolles Buch mit stolzen 900 Seiten.

  • „Der große Glander“ von Steven Paul:

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    André Schünke, NDR 2 Aktuell

    Für alle, die Krimis und gutes Essen mögen! Es geht um einen jungen deutschen Künstler, der Kunstwerke zum Thema „Essen“ fertigt, damit tierisch erfolgreich ist und auch richtig gut Geld verdient. Plötzlich verschwindet er. Zwölf Jahre später dann glaubt ein Hamburger Kunstkritiker, diesen Künstler in einem Restaurant gesehen zu haben und fängt an zu recherchieren. Das, was dann passiert, ist wirklich spannend, schnell und witzig geschrieben – und auch unmittelbar zu Herzen gehend. Obwohl es so spannend ist, hinterlässt das Ende der Geschichte ein ganz, ganz wohliges Gefühl. 285 Seiten, die ich – im wahrsten Sinne des Wortes – verschlungen habe!

  • "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens:

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    Jan Wiedemann, NDR 2 Aktuell

    Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren – und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.

  • "Baba Dunjas letzte Liebe" von Alina Bronsky:

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    Eva Engert, NDR 2 Aktuell

    Oma "Baba Dunja" lebt in einem Dorf, welches von der Tschernobyl-Katastrophe verstrahlt wurde. Die Bewohner führen dort ein skurriles, aber auch herzerwärmendes Leben. Es geschehen Dinge, die Baba Dunja ins Gefängnis bringen, von wo sie dann Briefe an ihre Enkelin in Deutschland schreibt. Die Briefe sind so skurril, wie herzzerreißend als auch komisch. Das ganze Buch ist Futter für die Seele.

  • Tipp für Eltern mit kleinen Kindern! Das „Wimmelbuch“ von Rotraut Susanne Berner:

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    Christian Kusel, NDR 2 Schlussredaktion

    Diese Wimmelbücher gibt es für alle vier Jahreszeiten, aber das Szenario ist immer gleich. Im Frühlings-Wimmelbuch sieht man einen großen Acker mit einem Schild drauf: „Hier entsteht eine Kita!“ Im Sommer-Wimmelbuch sieht man die Bauarbeiter und im Herbst-Wimmelbuch steigt die großer Eröffnungsfeier. Das Ganze ist detailverliebt gemacht. Das macht dem Kleinen Spaß, der ist jetzt drei, und als Erwachsener entdeckt man auch immer wieder einen schönen neuen Seitenstrang. Wir gucken mindestens einmal rein, abends zum Einschlafen. – Christian Kusel, NDR 2 Schlussredaktion

  • „Das bisschen Hüfte, meine Güte“ von Torsten Rohde:

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    Stefan Genz, NDR 2 Redaktion

    Schon die ersten 100 Seiten sind ein Ausbruch aus der momentan ja eher schwierigen Nachrichtenlage. Ich saß schenkelklopfend auf der Couch. Das Buch dreht sich um die 82-jährige Renate. Ihre erste Aufgabe: Die Hochzeit eines Neffen organisieren. Renate hat Erfahrungen mit Hochzeiten – vier Ehemänner hat sie nämlich schon überlebt. Da braucht’s keinen Weddingplanner aus Berlin-Wedding. Ihr Bekannter Kurt könnte beispielsweise das Hochzeitsauto fahren. Man erkennt ihn übrigens daran, dass er immer die mittlere Spur nimmt, weil er so mit seinen 87 Jahren die Fahrbahnmarkierung besser sieht.

  • „Wir Wochenendrebellen“ von Mirco Juterczenka:

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    Tabea Kunze, NDR 2 Sport

    In diesem Buch beschreibt Mirco Juterczenka, wie er für seinen sechsjährigen Sohn einen Lieblingsfußballverein finden will. Jason ist Aspergerautist und sagt, bevor er sich für seinen Verein entscheiden kann, muss er erst alle gesehen haben. Also reisen die beiden durch Deutschland, machen ganz verrückte Touren von der Regional- bis in die Bundesliga und erleben dabei wirklich lustige Sachen. Diese Geschichte ist nicht nur etwas für Fußballfans; auch diese liebevolle Beziehung zwischen Vater und Sohn kommt in diesem Buch sehr schön rüber.

  • „Am liebsten mag ich Monster“ von Emil Ferris:

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    Ole Wackermann, NDR 2 Aktuell

    Im Mittelpunkt dieser Graphic Novel steht ein 10-jähriges Mädchen. Es lebt Ende der 60er Jahre in Chicago und ist absoluter Fan von Gruselfilmen und billigen Gruselcomics. Als ihre Nachbarin ermordet wird, versucht das Mädchen dem Geheimnis dahinter auf die Spur zu kommen. Was da nun folgt ist eine unglaublich packende, gut erzählte Geschichte in atemberaubenden Bildern. 400 Seiten – da hat man auch trotz der vielen Bilder viel zu lesen und man kann sich diesen Comic immer wieder anschauen

  • "Das achte Leben" von Nino Haratischwili:

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    Jan Kuhlmann, NDR 2 Musik

    Die Wahlhamburgerin mit georgischen Wurzeln hat dieses Stück auch am Thalia Theater in Hamburg in einer fünfstücken Aufführung inszeniert. Ich habe diese AUfführung nicht gesehen, aber dieses Buch gleich zweimal hintereinander gelesen, weil ich es so spannend finde und so einzigartig und großartig. Es erzählt eine Familiensaga in Georgien im 20. Jahrhundert mit wunderbar herausgearbeiteten Charaktären. Sehr emotional, teilweise auch sehr duster. Total packend! Es macht süchtig, so wie die Schokolade, die in diesem Buch auch vorkommt.

  • "Sommerhaus, später " von Judith Hermann:

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    Julia Meier, NDR 2 Aktuell

    Das ist der erste Kurzgeschichtenband der Autorin. Auf wenigen Seiten blickt man ganz tief ins Leben unterschiedlicher Figuren. Es sind alles melancholische Gechichten von Menschen auf der Suche nach der Liebe, nach ihrem Platz im Leben. Sie eignen sich ganz hervorragend für zwischendurch, wenn man mal eine Pause braucht vom Homeoffice und dem Alltag zuhause.

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Dieses Thema im Programm:

Der NDR 2 Morgen | 03.04.2020 | 06:15 Uhr

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