Sendedatum: 15.05.2018 08:50 Uhr

Özil und Gündogan mit zur WM? Ihre Meinung!

Bild vergrößern
Die Fußballer Ilkay Gündogan (l.), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r.) haben sich in London mit dem türkischen Präsidenten Erdogan getroffen.

Die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan haben sich - kurz vor dem Verkünden des WM-Kaders - mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in London getroffen. Beim Treffen haben sie Fotos gemacht und Erdogan Trikots überreicht. Das sorgt für Wirbel. Auf Gündogans Trikot steht beispielsweise "Mit Respekt für meinen Präsidenten". Der DFB ist davon nicht gerade begeistert. DFB-Präsident Grindel wirft den beiden Nationalspielern vor, sich für Wahlkampfzwecke missbrauchen zu lassen. Am 24. Juni finden in der Türkei vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftwahlen statt.

Treffen mit Erdogan: Was halten Sie davon?

Was meinen Sie? War das Treffen völlig daneben oder okay? Soll Joachim Löw Özil und Gündogan mit zur Fußball-WM nach Russland nehmen? Oder sollen die beiden Nationalspieler raus aus dem Kader? Oder haben sie - wie jeder Mensch in Deutschland - das Recht ihre Meinung offen sagen zu dürfen - ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen?

Stimmen und Meinungen der Hörer

  • F. Temme aus Flensburg: "Erst in einem TV Spott gegen Rassismus auftreten und dann diesen Fototermin machen, das geht gar nicht! Wie der Teammanager der Nationalmannschaft die Intelligenz der beiden Spieler einordnet, zeigt dieses Statement: 'Die beiden waren sich der Symbolik und Bedeutung dieses Fotos nicht bewusst, aber natürlich heißen wir die Aktion nicht gut und besprechen das mit den Spielern'. Die Meinung vom DFB Präsidenten ist heuchlerisch, einerseits verurteilt er die Spieler, um andererseits mit der Nationalmannschaft das russische Regime zu unterstützen."

  • B. Wolts aus Nordhorn: "Nationalspieler haben Vorbildfunktionen. Für einen anderen Staat werben, geht gar nicht. Beide sind zwangsläufig zu sperren. Gündovan hat die doppelte Staatsbürgerschaft - er muss die deutsche Staatsbürgerschaft zwingend abgeben und zu seinen Präsidenten ziehen. In Deutschland darf keiner für den Diktator Reklame machen."

  • M. Schäfer aus Großefehen: "Tolle Fußballer leben in einem freien, demokratischen und somit tollen Land. Sie verdienen Unsummen hier in Deutschland. Ihr Bekenntnis jedoch zu dem Despoten Ihrer Herkunftsnationalität, der Menschenrechte und Meinungsfreiheit missachtet, und zudem Deutschland mit seiner Flüchtlingspolitik erpresst, beleidigt und die Kanzlerin beschimpft, das ist nicht hinnehmbar. Die Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan sollten nicht als Spieler von Löw aufgestellt werden. Gibt es in Deutschland denn noch ein wenig Nationalstolz, dann sollten Fußballer in der deutschen Nationalmannschaft eingesetzt werden, die diese Werte Deutschlands vertreten. Andernfalls sollten die Sportler für die Türkei spielen."

  • M. Rotte aus Regensburg: "Stefan Effenberg wurde wegen eines 'Stinkfingers' zur Fankurve nach Hause geschickt. Dann sollte es bei einem 'Stinkefinger' gegen Deutschland wohl keine Fragen mehr geben. Zudem erwartet man von Profis, das Sie wissen, was sie tun. Es reichte wohl nicht sich seit Jahren der deutschen Nationalhymne zu verweigern. Irgendwie ist der Einfluss von Erdogan unglaublich. Spielen die beiden nun, hat Herr Erdogan neue türkische Helden. Spielen Sie nicht, hat Herr Erdogan wieder Argumente zur Stimmungsmache, wie schlecht Türken behandelt werden. Hier geht es um Sport und ein Profi nicht professionell handelt, hat in der deutschen Nationalmannschaft nichts zu suchen. Diese Leute vertreten eine Nation und nicht nur sich selber."

  • R. Götzelmann aus Bramsche: "Diese beiden Spieler zeigen exemplarisch etwas, das man sehr oft beobachten kann. Man sucht sich die Rosinen raus, nimmt gerne die Vorteile der deutschen Staatsbürgerschaft an, aber das war es dann auch mit dem sich deutsch fühlen. Im Herzen bleiben sie Türken. Wenn man sich das Fahnenmeer aus türkischen Fahnen bei Auftritten von türkischen Politikern in Deutschland ansieht und den Jubel für Erdogahn oder Cavusoglu kann man sich nur fragen, warum die Fahnenschwenker nicht zurück in die Türkei gehen. Wenn sich Spieler der deutschen Nationalmannschaft schon weigern die Hymne mitzusingen, überrascht es wenig, wenn sie den Bundespräsidenten Steinmeier offensichtlich nicht als ihren Präsidenten sehen. Nein, die beiden sollten nicht mehr für unsere Nationalmannschaft spielen. Ein Mal, nur ein einziges Mal, sollten wir konsequent sein. Aber das wird nicht passieren."

  • A. Meyer aus Sarstedt: "Raus mit den beiden. Wer sich mit einem "Diktator" abbilden lässt, und nicht mal die Deutsche Nationalhymne mitsingt, hat bei der WM nichts zu suchen. Dann sollen sie für die Türkei auflaufen. Es sind schon Spieler für weniger aus der Nationalmannschaft geflogen. Sich mit einem Politiker zu treffen, für den Menschenrechte nicht zählen, geht überhaupt nicht ...".

  • Anonym aus Geeste: "Wer sich so öffentlich positioniert, muss dann aber auch die Verantwortung übernehmen und sich in türkischen Vereinen einbringen. Mit freundlichem Gruß!"

  • R. Bobe aus Herford: "Als Bundestrainer sollte man diese beiden Spieler nicht auf Grund der Fotos, sondern durch die schlechten sportlichen Leistungen nicht mit zur WM mitnehmen."

  • K. Uhlmann aus Varel: "Ich bin der Meinung, dass sie nicht zur WM fahren dürfen, bzw. für Deutschland spielen dürfen. Wenn der Herr Gündogan den Herrn Erdogan als seinen Präsidenten bezeichnet, dann soll er auch für ihn spielen. Diesen Affront gegen die BRD muss man nicht dulden und schon gar nicht mit Dummheit entschuldigen. Und wenn ich mir anschaue, wie glücklich und stolz der Herr Özil neben Herrn Erdogan steht, dann muss ich feststellen: Eine solche Körpersprache habe ich bisher bei keinem Fußballspiel für Deutschland bei ihm festgestellt. Er muss ja nicht mit zur WM. Und im Übrigen sind wir gerade im Mittelfeld so gut aufgestellt, dass beide kein wirklicher Verlust wären."

  • R. Meier aus Erkelenz: "Herr Löw sollte Rückrat zeigen und Özil und Gündugan nicht mit nach Russland nehmen. Wenn ich heute morgen in der Zeitung lese, dass Herr Gündogan sagt, sich doch zu den Werten des DFB zu bekennen, vermisse ich doch sein Bekenntnis zu unserem Grundgesetz. Er hat doch auch die türkische Staatsbürgerschaft, warum spielt er dann nicht für seinen Präsidenten in der türkischen Nationalmannschaft?"

  • S. Albers aus Wilhelmshaven: "Welch eine Doppelmoral - deutsche Firmen verkaufen Waffen in die Türkei/Erdogan - wo bleibt da der Aufschrei?"

  • G. Lammers aus Isenbüttel: "Meiner Meinung nach sollten Politik, Religion und Sport keinesfalls miteinander verquickt werden. Das hinterlässt IMMER einen fahlen Beigeschmack, wie bei diesen Olympischen Spielen am Anfang des letzten Jahrhunderts. Mesut Özil und Ilkay Gündogan haben mit dieser Aktion zumindest eine mehr als diskutable Situation geschaffen. Sie haben MEINER MEINUNG nach als Vorbild mehr als VERSAGT. Die Stellungname von Herrn Gündogan habe ich gelesen und verstehe ihn. Die Formulierung auf dem Trikot war jedoch gelinde gesagt unglücklich. Wie jedoch der Moderator bereits sagte: Wir sind NICHT in der Türkei sondern in Deutschland. Hier sind sie frei in Meinung und wenn sie Herrn Erdogan Trikots schenken wollen, bitteschön. Aber dann KEINESFALLS in ihrer Funktion als Nationalspieler sondern als PRIVATPERSON."

  • H. Gerdes aus Weyhe: "Meine Meinung zu dieser Angelegenheit ist: Ich finde es unmöglich, was die beiden Spieler gemacht haben. Ich bin der Meinung, dass es eine Ehre ist, für Deutschland spielen zu dürfen. Sich aber dann mit Herrn Erdogan, der fast alle Grundrechte in seinem Land außer Kraft setzt, ablichten zu lassen, und auch noch von meinem Präsidenten spricht, gehört nicht in unsere Nationalmanschaft."

  • D. Neumann aus Uelzen: "Nachdem diese Herren sich mit konstanter Bosheit weigern, die deutsche Nationalhymne zu singen und Herr Gündogan sogar Erdogan als seinen Präsidenten bezeichnet, haben beide in der deutschen Nationalmannschaft - meiner Meinung nach - nichts zu suchen. Beide Spieler können ja für die Türkei antreten. Spannend wäre es schon zu sehen, was geschieht, wenn sie die türkische Hymne ignorieren! Herr Löw und Herr Grindel haben leider nicht den Mumm, diese Spieler ins Abseits zu stellen! Gleichwertige Spieler sind jedenfalls vorhanden!"

zurück
1/4
vor

 

Rufen Sie an oder schicken Sie eine WhatsApp-Sprachnachricht

Sie können auf der Telefonnummer (0511) 88 40 66 anrufen und Ihre Meinung zum Thema auf den Anrufbeantworter sprechen. Auf diese Telefonnummer können Sie auch eine WhatsApp-Sprachnachricht schicken.

... Oder Sie schreiben uns jetzt eine E-Mail

Wie ist Ihre Meinung zum Thema?

Spamschutz
Datenschutz

Unsere Datenschutzerklärung, Ihre Rechte und weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie unter NDR.de/datenschutz

*- Pflichtfelder. Diese Felder müssen ausgefüllt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 15.05.2018 | 08:50 Uhr

Roth nimmt Özil und Gündogan in Schutz

Bundestags-Vizepräsidentin Roth hat auf NDR Info die Kritik an Mesut Özil und Ilkay Gündogan als überzogen bezeichnet. Die Nationalspieler hatten den türkischen Präsidenten Erdogan getroffen. mehr

Foto mit Erdogan: "Völlig daneben"

Der Fototermin der deutschen Fußballnationalspieler Özil und Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Erdogan stößt in MV auf Kritik. Solche Aktionen seien für die Integration "kontraproduktiv". mehr