Stand: 18.04.2020 13:12 Uhr

Minister Tonne lehnt verkürzte Sommerferien ab

Kultusminister Grant Hendrik Tonne im NDR 1 Niedersachsen Studio im Gespräch. © NDR Foto: Carsten Wagner
Kultusminister Grant Hendrik Tonne und Claudia Schröder vom Krisenstab in Niedersachsen haben bei NDR 1 Niedersachsen Fragen zum Thema Schule in der Corona-Krise beantwortet.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) lehnt eine Verkürzung oder eine Verschiebung der Sommerferien ab. "Ich finde, diese Debatte braucht momentan keiner", sagte Tonne am Sonnabend in Hannover. Es gehe um verlässliche Eckdaten, so Tonne im Gespräch mit Hörerinnen und Hörern von NDR 1 Niedersachsen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte vorgeschlagen, die "Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen". Auch der Termin zur Einschulung nach den Sommerferien steht in Niedersachsen laut Tonne „nicht zur Disposition“.

Abschlussklassen machen den Anfang

Bund und Länder haben sich auf Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen geeinigt. Für die Schulen in Niedersachsen heißt das konkret: Ab dem 27. April wird es schrittweise wieder Schulunterricht geben. Den Anfang machen die Abschlussklassen, ab 4. Mai soll es dann mit den nächstjüngeren Jahrgängen weitergehen. Zudem soll in den Kitas die bestehende Notbetreuung ausgeweitet werden.

Alle Schülerinnen und Schüler zurückholen

Tonne bestätigte, dass das Schulsystem in der besonderen Situation "auf Sicht" fahre. Dies gelte vollumfänglich für den Bildungsbereich, man sei davon abhängig, wie sich die Infektionslage entwickle. Das ausdrückliche Ziel sei es, alle Schülerinnen und Schüler in diesem Betreuungsjahr wieder in die Schulen zurückzuholen.

Blauer Brief? Größtmöglicher Spielraum!

Zur Frage einer Lehrerin, ob in diesem Monat noch die sogenannten "Aprilwarnungen" an betroffene Schülerinnen und Schüler verschickt werden müssten, plädierte der Minister für "mehr Flexibilität". Die ganz klare Botschaft des Ministeriums sei, dass Lehrkräfte bei den im Volksmund "blaue Briefe" genannten Warnmeldungen ihren Spielraum nutzen und alles berücksichtigen sollten, was den Schülerinnen und Schülern zugutekäme.

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Kita-Gruppen mit fünf Kindern

Tonne wies Kritik am Ausbau der Notbetreuung in Kitas zurück. Die Landesregierung wisse um die Ausnahmesituation bei vielen Eltern von Kleinkindern, trotzdem dürfe niemand in Kitas ab Montag einen Normalzustand erwarten, so Tonne. Es brauche eine gewisse Zeit zur "Feinjustierung" sagte der Minister. Die zum jetzigen Zeitpunkt maximale Gruppengröße in den Kitas schätzte Tonne auf "ungefähr fünf".

Freistellung bei Doppelbelastung möglich

Auf die Frage einer Anruferin, ob man sich als Angestellte im Homeoffice freistellen lassen könne, wenn man gleichzeitig kleine Kinder betreue, verwies die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs in Niedersachsen, Claudia Schröder, auf eine Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes. Demnach sind für "einen gewissen Zeitraum" Freistellungen möglich, wenn der Arbeitgeber dem zustimme. Ähnlich dem Kurzarbeitergeld könne sich der Arbeitgeber die Kosten dafür erstatten lassen, so Schröder.

Klassenfahrten bleiben verboten

Klassenfahrten seien weiterhin untersagt, sagte Tonne auf Nachfrage. Ob das Geld für bereits gezahlte Fahrten erstattet würde, könne er "nicht in jedem Einzelfall garantieren". Auch auf Abi-Feiern müsse in diesem Jahr verzichtet werden. "Es geht leider nicht", bedauerte der Kultusminister.

Moderiert wurde die Sendung von Georg Poetzsch.

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Grant Hendrik Tonne, Niedersachsens Kultusminister (SPD), spricht während einer Pk zur Entwicklung der Coronavirus-Ausbreitung in Niedersachsen und Bremen. © dpa - Bildfunk Foto: Peter Steffen

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NDR 1 Niedersachsen | 18.04.2020 | 10:00 Uhr

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