Stand: 28.03.2020 12:36 Uhr

Corona-Krise: Althusmann erwartet mehr Arbeitslose

Bernd Althusmann hat am Sonnabend zwei Stunden im Studio von NDR 1 Niedersachsen Fragen von Hörerinnen und Hörern beantwortet.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) rechnet im Zuge der Corona-Krise mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Eine genau Prognose wollte er bei seinem Besuch am Sonnabend im Studio von NDR 1 Niedersachsen aber nicht abgeben. Einige Branchen müssten nach dem Abschwellen der Pandemie wieder aufgebaut werden, sagte Althusmann.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) im Studio bei NDR 1 Niedersachsen. © NDR Foto: Amelia Wischnewski

Corona-Krise: Althusmann beantwortet Hörer-Fragen

NDR 1 Niedersachsen -

Wirtschaftsminister Althusmann (CDU) hat zwei Stunden lang Fragen der Hörer von NDR 1 Niedersachsen zur Corona-Krise beantwortet. Die Fragen und Antworten im Zusammenschnitt zum Nachhören.

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Betriebe sollen über Krise hinaus denken

Die Gastronomie liege beispielsweise momentan zu 90 Prozent darnieder. Es sei fraglich, ob sich betroffene Gaststätten in wenigen Monaten wieder aufrappeln werden. Wer heute nicht ins Restaurant gehen dürfe, der werde das wohl am Ende des Jahres nicht zwei- bis dreimal häufiger als sonst machen, sagte Althusmann. Im zweiten Halbjahr oder im letzten Quartal 2020 werde man sehen, wo man stehe. Der Minister sprach von einem Wiederaufbau, auf den man sich jetzt schon vorbereiten sollte. Er rief Betriebe dazu auf über die Corona-Krise hinauszudenken und Auszubildende einzustellen.

Umfangreiche Hilfen

Für die von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen kündigte er umfangreiche und schnelle Hilfen an. Es werde jeder Antrag bearbeitet, der bei der NBank gestellt werde. Bis Samstagvormittag seien 15.000 Anträge eingegangen. Knapp 160 Unternehmen hätten bereits Geld bekommen. "Wir werden heute die Grenze von einer Million Euro überschreiten", so Althusmann.

Weg zu Corona-Soforthilfen vereinfacht

Althusmann ging auch auf die anfänglichen Probleme bei der Beantragung der Corona-Soforthilfen über die Webseite der landeseigenen NBank ein. Dies habe am enormen Ansturm gelegen. Man habe mit etwa 100.000 Zugriffen gerechnet, tatsächlich habe es innerhalb von 45 Minuten 220.000 Zugriffe gegeben. Die Beantragung ist mittlerweile vereinfacht worden: Aufgrund der Überlastung des Portals ist es inzwischen möglich, den Antrag auf einen Zuschuss per E-Mail einzureichen. Auf der Internetseite der Bank können die nötigen Dokumente heruntergeladen und dann per E-Mail an die NBank zurückgeschickt werden. Althusmann lobte zudem die Zusammenarbeit des Landes mit Volkswagen. VW habe der NBank IT-Kräfte bereitgestellt, um die Computer-Probleme bei der Förderbank zu lösen.

Großteil der Hilfe bis Ostern

Der Wirtschaftsminister zeigte sich zuversichtlich, dass die Hilfe die Betriebe rechtzeitig erreichen wird. "Gehen Sie davon aus, dass wir bis Ostern das Gros der Anträge bearbeiten können." Derzeit könnten täglich 1.600 Anträge bearbeitet werden - diese Kapazitäten "werden wir weiter steigern." Althusmann betonte, dass kein Antrag verloren gehen werde. Zudem verwies er auf die Ankündigung des Bundes, auch das Zuschussprogramm auszuweiten. Manche Hörer musste er aber auch enttäuschen: Beispielsweise sei klar, dass nicht allen Vermietern von Ferienwohnungen fehlende Mieteinnahmen ersetzt werden.

Herber Rückschlag für VW

Auch auf die Situation bei Niedersachsens größtem Arbeitgeber ging Althusmann ein: Die Verluste bei Volkswagen bezeichnete er als herben Rückschlag. Der CDU-Politiker zeigte sich aber optimistisch, dass VW die Corona-Krise übersteht. VW sei weltweit so gut aufgestellt, dass sie die Situation "eine gewisse Zeit" durchhalten können, so Althusmann.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 28.03.2020 | 10:00 Uhr