Stand: 04.02.2017 14:09 Uhr

Das Grüne soll ins Graue

von Maja Bahtijarevic

Sich selbstständig zu machen - das kann ein sehr holpriger Weg sein. Wir begleiten zwei Jungunternehmer auf ihrem Weg von der Idee zum eigenen Unternehmen. Teil 2 unserer Reportage lesen Sie hier.

Bachelor in Geografie und Master in Nachhaltigkeit in der Tasche - klingt nach den besten Voraussetzungen für eine Bewerbung bei einem Unternehmen. Doch Hannes Popken aus Kronshagen schreibt keine. "Der Typ für einen Bürojob war ich noch nie", sagt der 29-Jährige. Und viele der Stellen, die ihn interessieren, sind: Bürojobs. Stattdessen will Hannes interdisziplinär arbeiten, Probleme analysieren und neue Lösungen finden. "Nach einiger Zeit wurde mir klar, dass ich mich selbstständig machen will", erinnert sich Hannes.

Es soll um Nachhaltigkeit gehen

Was das eigene Unternehmen bieten soll, das weiß der Geograf anfangs noch nicht. Eine Sache steht aber fest: Mit Nachhaltigkeit soll es etwas zu tun haben, und am besten auch etwas mit Kompostierung. Er kramt in seinen Interessen - und wird fündig: Partizipative Stadtentwicklung ist das Stichwort. Er möchte Konzepte entwickeln, den Bürgern wieder mehr Gestaltungsfreiheit in ihrer Stadt geben - und wieder Grün in den grauen Beton bringen.

Als sein Vater im vergangenen Oktober etwas vom Ideenwettbewerb des Landes Schleswig-Holstein erzählt, ergreift Hannes endgültig der Ehrgeiz. "Er hat mir den Anstoß gegeben, den Arsch hochzukriegen", erinnert sich Hannes und lacht. Die Abgabefrist im Nacken fragt er seinen Bruder Lasse, der gerade sein Architekturstudium beendet hat, ob er mitmachen will. Lasse sagt ja - und der erste Stein vom Fundament des eigenen Unternehmens ist gelegt.

Das Leben der Zukunft: nachhaltig und lebenswert

Ein Geograf mit Nachhaltigkeitsstudium und ein Architekt, der seinen Schwerpunkt auf Städtebau legt - es scheint wie die perfekte Ausgangslage, wenn es um nachhaltige Stadtentwicklung geht. "Wir möchten die Menschen animieren, die Stadt von morgen zu gestalten", erklärt Hannes. "Das kann nur bedeuten: nachhaltig und lebenswert." Der Status Quo sei das bisher noch nicht: Die Städte sind zubetoniert, der Boden versiegelt, die Natur verdrängt. Dagegen möchten die Brüder eine ganzheitliche Lösung bieten. Sie wollen ihre Kunden beraten, wie sie ihren Balkon begrünen, wollen Pakete mit Bausteinen von Topf bis Samen anbieten, in Workshops über Begrünung der Stadt lehren und in der Alten Mu in Kiel Beete im Gewächshaus anbieten - für Stadtmenschen ohne eigene Möglichkeiten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Abend Schleswig-Holstein | 04.02.2017 | 18:05 Uhr

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