Stand: 07.05.2018 15:15 Uhr

Deutliches Ja der Kieler zum Flughafen

Auch in Zukunft werden in Kiel Flugzeuge starten und landen können. In einem Bürgerentscheid haben sich die Kieler am Sonntag mit 70,3 Prozent für den Erhalt des Flughafens ausgesprochen. 29,7 stimmten für die Schließung. Das Bündnis "Wir machen Stadt" hatte vor dem Entscheid für eine Schließung und damit für mehr sozialen Wohnungsbau auf dem Flughafengelände geworben. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) freut sich über das positive Ergebnis, räumt jedoch ein: "Das Thema Wohnen wird die nächsten Jahre ein dominierendes Thema sein. 26 Prozent der Neubauten letztes Jahr waren sozialer Wohnungsbau. Wir binden jetzt 75 Millionen Euro Landesförderung für den sozialen Wohnungsbau und bauen damit 800 Sozialwohnungen in Kiel. Das ist der Weg und dann wird es in einigen Jahren schon besser aussehen."

Befürworter und Gegner des Flughafens

Ein Bündnis aus CDU, SPD, FDP, SSW, Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) und der Industrie- und Handelskammer (IHK) hatte im Vorwege für den Erhalt des Airports geworben. Aus Sicht der Flughafen-Befürworter sprach Vieles dafür: 10.000 Passagiere, 15.000 Starts und Landungen pro Jahr, 75 Arbeitsplätze, die am Flughafen hängen und 45 Organtransporte, die 2016 über den Flughafen zur Uni-Klinik stattfanden. Das sahen die Gegner anders - das Bündnis "Wir machen Stadt" verwies auf eine zwei Jahre alte Studie der Stadt Kiel. Demnach sei der Weiterbetrieb nicht wirtschaftlich.

"Jetzt steht der Bürgermeister im Wort"

Weil es nun Planungssicherheit gibt, hofft die IHK auch auf Investitionen in den Flughafen Kiel-Holtenau. "Diese Mischung aus Erschließung und aus Infrastruktur, die geht jetzt los", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann. "Manche Sachen können schnell gehen."

Enttäuschung herrscht dagegen beim Bündnis "Wir machen Stadt". Allerdings sei man froh, durch den Bürgerentscheid eine Diskussion über bezahlbaren Wohnraum in der Landeshauptstadt in Gang gesetzt zu haben, so die Sprecherin der Initiative, die Grünen-Fraktionsvorsitzende in Kiel, Lydia Rudow. "Wir hätten uns ein anderes Ergebnis gewünscht. Auf der anderen Seite sind wir auch ein Stück weit stolz auf die Diskussion, die wir in den letzten Wochen angestoßen haben", erklärte Rudow. Das Bündnis habe dafür gesorgt, dass das Thema bezahlbarer Wohnraum jetzt ganz oben auf der politischen Tagesordnung stehe. "Der Oberbürgermeister steht jetzt im Wort. Er muss jetzt zeigen, dass es auch ohne diese Fläche geht."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.05.2018 | 12:00 Uhr

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