Stand: 22.06.2018 17:23 Uhr

KiWo: Tonnenweise Müll in der Kieler Innenstadt

Mehr als 4.000 Segler und drei Millionen Besucher sind jedes Jahr auf der Kieler Woche unterwegs. Die wollen aber nicht nur gucken und feiern, sondern auch konsumieren. Dabei hinterlassen sie tonnenweise Müll. Im vergangenen Jahr fielen an den zehn Veranstaltungstagen mehr als 230 Tonnen an, den die Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Kiel einsammelten. 169 Tonnen Abfälle landeten in den extra aufgestellten Müllbehältern. Auf den Veranstaltungsflächen sammelten die Müllmänner und -frauen damals weitere 65 Tonnen Müll ein.

23 Tonnen Müll zusätzlich an Land

Auch dieses Jahr sind die Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel unterwegs - Tag und Nacht, zu Land und zu Wasser. Mit dem Müllboot "Schiermoker" fahren sie über die Förde und fischen Müll aus dem Wasser. Knapp drei Säcke kommen so jeden Tag zusammen. An Land fallen täglich rund 23 Tonnen Müll zusätzlich an.

Kein Einweggeschirr auf dem Muddi Markt

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Die Buden-Betreiber auf dem Muddi-Markt verzichten auf Einweggeschirr.

Tendenziell sollen die Müllberge weniger werden. Die Veranstalter der KiWo wollen weniger Plastik unter die Leute bringen. "Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt uns generell bei der Kieler Woche sehr - und wir wollen es in den nächsten Jahren noch stärker in den Blick nehmen", sagt Leiter Philipp Dornberger. Bereits jetzt gibt es beim Muddi-Markt und beim Internationalen Markt kein Einweggeschirr mehr. Auch Plastiktüten werden auf dem Internationalen Markt nicht mehr ausgegeben.

Einige Veranstalter setzen abbaubare Produkte ein

Das Thema Plastikvermeidung beschäftigt auch viele andere Veranstalter - zum Beispiel, die der Travemünder Woche. "Es gibt klare Vorschriften für die Standbetreiber, dass vor allem auf abbaubare Produkte zurückzugreifen ist", sagt Sprecher Ralf Abratis. Beim Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) kümmern sich häufig lokale Gastronomen um Essen und Trinken. "Dort, wo wir den vermeidbaren Einsatz von nicht umweltgerechten Gegenständen feststellen, wirken wir mit Nachdruck dagegen", sagt SHMF-Finanzchef Jens Boddin.

Genuss mit weniger Plastik

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) freut diese Entwicklung. "Die Vorbildfunktion großer Feste und Veranstaltungen für nachhaltigen Konsum ist nicht zu unterschätzen", sagt er. Weniger Plastikprodukte bedeuteten schließlich keineswegs weniger Spaß und Genuss.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 22.06.2018 | 19:30 Uhr

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