Zwei symbolische Darstellungen des Coronavirus in unterschiedlichen Farben. © PantherMedia Foto: imilian

Wie verbreitet sind die Corona-Mutationen in SH?

Stand: 15.01.2021 17:10 Uhr

Um die Frage der Verbreitung besser beantworten zu können, sollen in Zukunft mehr positive Corona-Proben - auch aus Schleswig-Holstein - an der Berliner Charité sequenziert werden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollen die Gesundheitsämter im Land künftig gezielt Sequenzierungen veranlassen. Dabei wird das gesamte Erbgut des Virus gründlich daraufhin untersucht, ob es Mutationen gibt - und wenn ja, welche. Das soll nun verstärkt mit Proben von Reiserückkehrern, zum Beispiel aus Südafrika oder Großbritannien passieren. Bei den bekannten mutierten Virusvarianten wird eine erhöhte Ansteckungsgefahr vermutet. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist nach Angaben des Ministeriums darauf hin, dass es bisher "bei begrenzter Datenlage jedoch keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe oder eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe im Zusammenhang mit dieser neuen Variante" gebe.

Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test- Einrichtung gehalten. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen Foto: Britta Pedersen

AUDIO: Untersuchungen auf Corona-Mutationen in SH (1 Min)

Bereits mehrere Proben mit Hinweis auf Mutation

Neben den Sequenzierungen an der Berliner Charité werden nun auch erste Untersuchungen auf Mutationen in Schleswig Holstein gemacht. Das Kieler Labor Krause kontrolliert seit Montag jede positive Corona-Probe auf Hinweise auf die englische oder südafrikanische Mutation. Das ist nach Angaben des Labors erst jetzt möglich, da das Verfahren erst über Weihnachten entwickelt wurde. Seit Montag habe es mehrere Proben mit entsprechenden Hinweisen gegeben. Diese werden dann an die Berliner Charité geschickt und dort sequenziert - also noch einmal sehr viel ausführlicher untersucht.

Corona-Mutation in Rendsburg-Eckernförde?

Ein möglicher erster Fall einer Corona-Mutation wurde am Donnerstag aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde gemeldet. Wie der Kreis mitteilte, wurde ein Mann aus dem Kreis positiv auf eine neue Corona-Variante getestet. Er befindet sich zurzeit in Quarantäne. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers wird der Befund nun an der Berliner Charité untersucht. Das Ergebnis werde innerhalb einer Woche erwartet. Einem Zeitungsbericht zufolge könnte sich der Mann während einer Spanien-Reise infiziert haben. 

Das Gesundheitsministerium prüft nach eigenen Angaben derzeit, ob die Quarantäne-Verordnung des Landes weiter verschärft werden kann, um mögliche Eintragungen der neuen Virus-Variante nach Schleswig-Holstein weiter zu begrenzen.

Weitere Informationen
Zwei Frauen spazieren gemeinsam durch einen Wald. © picture alliance/Wedel/Kirchner-Media Foto: Wedel/Kirchner-Media

Schärfere Maßnahmen? Infektiologe setzt auf "letzten Appell"

Jan Rupp vom UKSH in Lübeck berät auch die Landesregierung. Er macht Hoffnung für alle Bundesländer in Norddeutschland. mehr

Eine Covid-19 Intensivstation ist mit einem Stoppschild gekennzeichnet © Picture Alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Robert Michael

Klinikum Nordfriesland: 2.200 Menschen in Quarantäne

Das Klinikum hatte vor einer Woche erstmals über eine Häufung von Infektionen berichtet. Auch zwei Mitarbeiter liegen jetzt im Krankenhaus. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.01.2021 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Schüler und Schülerinnen sitzen in einem Klassenzimmer. © picture alliance/dpa Foto: Frank Rumpenhorst

Corona und Schule: Wechselunterricht für Schüler ab Klasse 7

Bildungsministerin Prien hat weitere Lockerungen angekündigt. In einigen Kreisen wird die Entwicklung noch beobachtet. mehr

Videos