Stand: 07.05.2020 18:16 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Wegen Corona: Konjunkturklima in SH auf Rekordtief

Die Konjunktur ist durch die Corona-Pandemie schwer getroffen. Das sorgt für schlechte Stimmung bei den Unternehmen in Schleswig-Holstein, wie der aktuelle Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigt. Demnach ist der Index im ersten Quartal 2020 auf ein historisches Rekordtief gesunken. Während er im letzten Quartal 2019 bei 111,5 Punkten lag, liegt er derzeit bei 60,0 Punkten, teilte die IHK mit. Die Corona-Krise habe die Unternehmen mit voller Wucht getroffen und auch der Blick in die Zukunft falle eher pessimistisch aus, sagte IHK-Präsidentin Friederike Kühn.

Index schlechter als zur Finanzkrise

Selbst während der Finanzkrise 2008/2009 sah der Konjunkturklimaindex mit 69,7 Punkten besser aus als aktuell. Demnach bewerteten 35 Prozent der 1.400 Befragten Ende März ihre gegenwärtige Geschäftslage als schlecht. Im Vorquartal waren lediglich 10,3 Prozent mit ihrer aktuellen Situation nicht zufrieden. Zwar schätzen im ersten Quartal 2020 immerhin noch zwei Drittel der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend ein, aber nur ein Drittel der Firmen erwartet keine Verschlechterung.

Inlandsnachfrage ist größtes Problem

Dabei sei die sinkende Inlandsnachfrage das größte Problem. Branchenübergreifend sehen 65 Prozent darin die größte Bedrohung. Durch die Corona-Maßnahmen und -Restriktionen erwarten die meisten Betriebe starke Umsatzrückgänge. Ein Drittel der befragten Unternehmen geht nach Angaben der IHK bereits von sinkenden Beschäftigungszahlen aus, etwa die Hälfte der Unternehmer will im kommenden Geschäftsjahr weniger investieren. Aber auch für das Exportgeschäft sehen die Erwartungen schlecht aus. Während im vierten Quartal 2019 26 Prozent mit zunehmenden Ausfuhren gerechnet hatten, geht jetzt nur noch die Hälfte davon aus.

Kaum Liquiditätsengpässe

Eine positive Nachricht bleibt dennoch: Mehr als 58 Prozent der Unternehmen sind derzeit nach eigenen Angaben noch nicht von Liquiditätsengpässen betroffen. Lediglich bei 3,6 Prozent sind demnach finanzielle Engpässe eingetreten. Hier habe die Politik in den vergangenen Wochen geliefert und wichtige Hilfspakete auf Bundes- und Landesebene auf den Weg gebracht, sagte Kühn.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.05.2020 | 15:00 Uhr

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