Zwei Menschen spazieren am Strand von Sankt Peter-Ording © Boris Pfau Foto: Boris Pfau

Sylt, Föhr, St. Peter: Strenge Corona-Kontrollen zu Pfingsten

Stand: 20.05.2021 12:54 Uhr

Der Kreis Nordfriesland kritisiert ein laxes Verhalten einiger Gastronomen und will verschärft kontrollieren. Zumal über Pfingsten in den beliebten Nordseebädern viele Gäste erwartet werden.

Insgesamt 20 Restaurants auf Sylt, Föhr und in St. Peter-Ording sollen es nach Angaben des Kreises Nordfriesland in den letzten Wochen mit den Corona-Regeln nicht so genau genommen haben. Sie bekommen nun - noch vor dem Pfingstwochenende - Post vom Kreis mit der Vorgabe, nur 50 Prozent ihrer Plätze zu belegen. Zudem kündigte Landrat Florian Lorenzen (CDU) strenge Kontrollen an und bekommt dafür auch Unterstützung vom Land.

Kellner ohne Masken und keine Mindestabstände

Nach Angaben des Vorsitzenden des Sylter Hotel- und Gaststättenverbands, Dirk Erdmann, sind es allein auf Sylt etwa zehn Restaurants, die sich nicht an die Corona-Regeln gehalten haben. Kontrollteams des Gesundheitsamtes hatten zum Beispiel festgestellt, dass an den Tischen Menschen aus bis zu acht Haushalten saßen. Auch Mindestabstände wurden nicht eingehalten und einige Kellner trugen keine Masken. Der Landrat kritisierte, es könne nicht sein, dass einige wenige mit ihrem Verhalten den Weg zurück in die Normalität gefährdeten.

Mehr Polizisten - vor allem auf Sylt

Sollten an den Pfingsttagen erneut mehr Gäste als erlaubt in Restaurants angetroffen werden, müssten diese innerhalb einer halben Stunde das Lokal verlassen, sagte Lorenzen. Ansonsten werde die Lokalität dichtgemacht. "Gaststätten sind kein rechtsfreier Raum - auch nicht zu Pfingsten und auch nicht, wenn die Gäste vor der Tür Schlange stehen." Das Land schickt für die Kontrollen zusätzlich Polizisten nach Nordfriesland. Allein für Sylt werden es laut Kreis wohl drei bis vier Teams sein. Insgesamt sind im Kreisgebiet elf Extra-Teams eingeplant.

Zwei Urlauber infiziert - jetzt Hunderte in Quarantäne

Zuletzt hatte ein Urlauber-Ehepaar auf Sylt dafür gesorgt, dass nunmehr 300 Menschen in Quarantäne sind. Die Touristen waren nach ihrer Rückkehr in die Heimat positiv auf Corona getestet worden. Sie hatten um den 6. Mai Urlaub auf der Insel gemacht und unter anderem mehrere Restaurants besucht. Von ihren Corona-Infektionen erfuhr das Husumer Gesundheitsamt erst knapp eine Woche später und begann sofort damit, die Kontakte nachzuverfolgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.05.2021 | 12:00 Uhr

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