Stand: 06.04.2020 05:00 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Sonniges Wochenende: Kaum Bußgelder verhängt

Zwei Tage Sonnenschein und warme Frühlingstemperaturen - und dennoch war an den Nord- und Ostseestränden und in den Tourismusorten am Wochenende nicht viel los. Nur vereinzelt genossen Spaziergänger das schöne Wetter. "Die Menschen halten sich größtenteils an die Regeln", sagte Polizeisprecherin Silke Tobies. Es kam zwar zu dem einen oder anderen Verstoß, dennoch wurde an diesem Wochenende kaum ein Bußgeld verhängt. "Noch drücken wir ein Auge zu", hieß es bei der Polizei. Das könne sich Ostern ändern.

Hamburger gestoppt und zurückgewiesen

Bei Tangstedt (Kreis Stormarn) im Norden von Hamburg kontrollierte die Polizei zahlreiche Autos. 150 wurden wieder zurückgewiesen. "Es handelte sich meistens um Hamburger, die aus touristischen Gründen unterwegs waren", sagte eine Polizeisprecherin. Alle zeigten sich verständnisvoll. Auch in Wedel (Kreis Pinneberg) im Westen von Hamburg wurden 143 Fahrzeuge kontrolliert, von denen 78 wieder zurückgeschickt wurden. Am Wochenende wurden hier keine Bußgelder verteilt. Auch Radrennfahrer und Motorradfahrer wurden lediglich verwarnt und mussten umkehren.

Kontrollen in SPO, Dagebüll, Niebüll und auf den Inseln

Schon am Sonnabend wurden kaum Verstöße gegen die Corona-Auflagen festgestellt. An vielen Orten wurde kontrolliert, zum Beispiel in St. Peter-Ording, in Dagebüll am Fährhafen, auf Föhr, Amrum und in Niebüll an der Autoverladestelle Richtung Sylt. Bei Kontrollen der Zufahrtsstraßen nach St. Peter-Ording wurde laut Polizei unter anderem eine Luxuslimousine mit Münchner Kennzeichen auf dem Parkplatz kontrolliert. Der junge Fahrer erklärte, er komme aus Hamburg und sei gemeinsam mit seiner Freundin für einen Spaziergang nach Westerhever gefahren. Über St. Peter-Ording und Heide solle es zurückgehen. Ein teurer Spaziergang, denn auf sie wartet jetzt ein Bußgeld von 150 Euro, sagte ein Mitarbeiter vom Amt Eiderstedt. Zahlen müssen sie nicht sofort, denn "Bußgelder werden vor Ort nicht eingezogen", sagte ein Polizeibeamter. "

Am Freitag hatte das Landeskabinett einen Bußgeldkatalog beschlossen. Wer sich im öffentlichen Raum mit mehr als einer nicht im Haushalt lebenden Person aufhält, muss zum Beispiel 150 Euro bezahlen. Einreise-Verstöße kann die Polizei mit 150 bis 500 Euro ahnden. Wegen der Pandemie herrscht vorerst bis 19. April ein Einreiseverbot nach Schleswig-Holstein für Touristen, Tagesausflügler und Zweitwohnungsbesitzer.

 

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 05.04.2020 | 19:30 Uhr

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