Stand: 13.05.2020 21:38 Uhr

So soll die Gastronomie die Corona-Regeln umsetzen

von Sven Brosda

Fast zwei Monate haben die Betreiber von Restaurants, Bars und Kneipen in Schleswig-Holstein kaum oder sogar gar keine Umsätze gemacht. Die Freude war groß, als Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) verkündete, dass die Läden ab kommenden Montag (18.5.) wieder öffnen dürfen. Doch viele Betreiber wussten bislang nicht, welche Vorgaben sie erfüllen müssen. Am Donnerstag hat das Wirtschaftsministerium einen Leitfaden herausgebracht. Die konkrete gesetzliche Regelung soll am Sonnabend kommen.

Kellner: Mund-Nasen-Schutz oder Servierwagen

Wer in der Gastronomie arbeitet und direkten Gäste-Kontakt hat, soll laut dem Leitfaden eine Maske tragen, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen. Das Wirtschaftsministerium fände es aber noch besser, wenn die Kellner einen Servierwagen mit dem bestellten Essen und den Getränken vor sich herschieben, um den Abstand einzuhalten. Dann könne auch auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden.

Maximal 50 Gäste gleichzeitig und 1,5 Meter Abstand

Für das Wirtschaftsministerium bleibt der Abstand die wichtigste Formel gegen die Pandemie. Deshalb müssen die Tische und Stühle richtig aufgestellt werden. "Der Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen den besetzten Stühlen von einem Tisch zu den besetzten Stühlen des nächsten Tisches ist zu gewährleisten", heißt es wörtlich im Leitfaden. Stellen die Gastronomen Acryl-Glasscheiben zwischen den Tischen auf, kann der Abstand schrumpfen. Durch die Scheiben sollen "direkte Tröpfcheninfektionen" vermieden werden.

Das Land schreibt zudem vor, dass in den Läden höchstens 50 Menschen gleichzeitig sein dürfen. Wer mehr Gäste bewirten will, braucht eine Sondergenehmigung, die mit einem speziellen Hygienekonzept beantragt werden muss.

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Einzelne Toiletten oder Pissoirs können gesperrt werden

Speisekarten, Tabletts, Salz und Pfefferstreuer sollen regelmäßig gereinigt und auch desinfiziert werden. Vor und in den Toilettenräumen sollen die Betreiber sicherstellen, dass sich keine Schlangen bilden und sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig dort aufhalten.

Um den Abstand einzuhalten, können laut Wirtschaftsministerium einzelne Toiletten oder Pissoirs gesperrt werden. Flüssigseife, Einmalhandtücher und Desinfektionsmittel sollen den Gästen zur Verfügung gestellt werden.

Eingeschränkte Öffnungszeiten: Sperrstunde ab 22 Uhr

Das Wirtschaftsministerium beschreibt im Leitfaden, dass Restaurants, Bars und Kneipen spätestens um 22 Uhr schließen müssen. Buffets sind bis auf Weiteres nicht erlaubt. Die Mitarbeiter sollen die Räume außerdem regelmäßig lüften und darauf achten, dass ihre Gäste nicht übermäßig viel Alkohol trinken.

Es gibt auch Bars, die ab Montag nicht öffnen dürfen. Dazu gehören jene, die zum Beispiel eine Tanzfläche haben und offiziell nicht als Schankwirtschaft, sondern als Vergnügungslokal gelten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.05.2020 | 20:00 Uhr

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