So sehr macht der Lockdown Kindern und Jugendlichen zu schaffen

Stand: 11.02.2021 10:59 Uhr

Keine Schule, kaum Freunde treffen, Sportvereine dicht. Eine Studie hat ergeben, dass knapp ein Drittel der Kinder und Jugendlichen aufgrund der Corona-Regeln unter psychischen Problemen leidet.

Die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie machen Kindern und Jugendlichen schwer zu schaffen. Psychologen, auch aus Schleswig-Holstein, schlagen deshalb Alarm. Sie fordern die Politik auf, in ihren Entscheidungen die Bedürfnisse von jungen Menschen mehr in den Fokus zu nehmen.

"Psychologen müssen mit an den Tisch"

Wie sehr Kinder und Jugendliche unter dem Lockdown leiden, zeigt eine Studie, die das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) am Mittwoch veröffentlicht hat. Bauchweh und Kopfschmerzen seien die häufigsten körperlichen Symptome, sagt der pädagogische Psychologe Olaf Köller von der Universität Kiel. Seiner Ansicht nach treffen die Lockdown-Maßnahmen junge Menschen aus sozialen schwachen Verhältnissen besonders hart. Seine Forderung: "Wenn Politiker Entscheidungen zu den Corona-Maßnahmen treffen, müssen dringend auch Psychologen mit an den Tisch."

Junge Menschen müssen einbezogen werden

Ähnlich sieht das der Verband der Vertragspsychotherapeuten. "Die sozialen und emotionalen Bedürfnisse junger Menschen müssen bei der weiteren Planung von Maßnahmen einbezogen werden", heißt es in einem Positionspapier, dass auch viele Psychologen aus Schleswig-Holstein unterschieben haben. Außerdem fordern die Therapeuten darin, dass störungsfreier Digitalunterricht für alle ermöglicht wird und die Politik auch nach Corona Angebote für junge Leute macht, die jetzt durchs Raster fallen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.02.2021 | 12:00 Uhr

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