Stand: 20.04.2020 15:58 Uhr

Schwanger in Corona-Zeiten: Getrennte Behandlung

Frauenärzte und Hebammen sollen Schwangere in Schleswig-Holstein während der Corona-Zeit von nun an getrennt vom allgemeinen Praxisbetrieb behandeln. Die Hygienepläne sollten entsprechend ergänzt werden - das hat das Sozialministerium am Montag mitgeteilt. Das Ressort informierte gemeinsam mit den Verbänden der Frauen-, Kinder- und Jugendärzte sowie der Hebammen und der Frauenklinik am Uniklinikum Schleswig-Holstein über veränderte Abläufe. So solle unter den aktuellen Bedingungen die bestmögliche Versorgung sichergestellt werden. Sars-CoV-2-infizierte Schwangere könnten zu Hause überwacht werden, sofern sie nur leichte Symptome haben, gab das Ministerium vor. Verschlechtere sich ihr Gesundheitszustand akut, müssten Schwangere stationär aufgenommen werden.

Begleitperson muss Krankenhaus nach Geburt verlassen

In den Kreißsaal dürfen Schwangere nur von einer gesunden, vertrauten Person begleitet werden, hieß es. Wer in den Kreißsaal mit hinein darf, entscheide im Einzelfall das Klinikpersonal. Die Begleitperson müsse die Klinik nach der Geburt verlassen. Sie darf derzeit nicht im Familienzimmer untergebracht werden. Auch Besuche nach der Geburt sind derzeit nicht gestattet.

Nur bei schweren Symptomen werden Mutter und Kind getrennt

Mutter und Kind sollten nur bei Müttern mit schweren Covid-19-Symptomen voneinander getrennt werden. Corona-Tests asymptomatisch Schwangerer durch einen Nasen-Rachenabstrich seien nicht sinnvoll, hieß es außerdem. Ein negativer Test sage nicht aus, dass keine Infektion vorliegt: Diese könne nach Ansteckung während der Inkubationszeit jeden Tag auftreten, so dass der Test später positiv ausfallen könne.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.04.2020 | 15:00 Uhr

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