Stand: 06.08.2020 09:37 Uhr

Ministerin Prien beantwortet Fragen zum Schulstart in SH

Karin Prien sitzt im Studio von NDR1 Welle Nord und spricht in ein Mikrofon.
Bildungsministerin Prien beantwortet Fragen bei NDR 1 Welle Nord live im Studio.

Die Schulen in Schleswig-Holstein sind derzeit in den letzten Vorbereitungen für das neue Schuljahr. Mit dem Start am Montag gibt es wieder regulären Unterricht - aber unter Corona-Bedingungen. An den Grundschulen soll im Klassenverband unterrichtet werden, an den weiterführenden Schulen ist so viel Unterricht wie möglich in kleinen Gruppen vorgesehen. Heute Morgen war Bildungsministerin Karin Prien (CDU) live zu Gast im Studio von NDR 1 Welle Nord - und beantwortete Fragen unserer Morgenmoderatoren Horst und Mandy.

Maskenpflicht: Prien will keinen Zwang

Auch viele Hörer hatten im Vorfeld der Sendung Fragen eingereicht. Ein Thema, das viele Menschen bewegt, ist die Regelung zum Mund-Nasen-Schutz. Prien erklärte die Entscheidung, warum es keine Maskenpflicht gibt, wie es in anderen Bundesländern der Fall ist: Schule sei ein "pädagogischer Raum", den Kindern sollten die Hintergründe vermittelt und erklärt werden. Eine Pflicht sei mit Zwang verbunden. Jede Lehrkraft, die will, darf eine Maske tragen. Das Ministerium stelle allen Lehrenden im Land einen Mund-Nasen Schutz zur Verfügung, sagte Prien.

Schulschließungen: Einzelne Gruppen in Quarantäne

Außerdem ging es um die Frage nach möglichen erneuten Schulschließungen, sollte sich das Infektionsgeschehen wieder verändern. Das solle möglichst nicht passieren, meinte Prien - es sei aber immer eine Abwägungsfrage. Man werde punktuell und regional handeln und immer in Absprache mit dem Gesundheitsamt sowie einer Taskforce. Zum Beispiel sei es denkbar, zunächst einzelne Gruppen in Quarantäne zu schicken und umfangreiche Tests auszuweiten.

Risiko möglichst gering halten

Hörerin Ulrike Wobig wollte wissen, was das stundenlange Tragen einer Maske mit unserer Gesundheit macht. "Immerhin atmen wir stundenlang unseren eigenen Atmen wieder ein. Das kann weder für die Lunge noch für unser Gehirn gut sein." Die Antwort von Bildungsministerin Prien: "Optimal ist das stundenlange Tragen von Maske natürlich nicht." Aber es sei wichtig, das Risiko gerade zum Schulstart so gering wie möglich zu halten, dass die Schule wie geplant anlaufen kann.

Pausen und Sport

Die Schulen haben alle eigene Konzepte entwickelt, damit sich die Schüler in den Pausen nicht vermischen. Dabei seien zum Beispiel ein zeitliches Versetzen der Pause oder auch die optimale Nutzung des Platzes möglich, so Prien.

Schüler Christian Take wollte wissen, wie der Sportunterricht im kommenden Schuljahr ablaufen wird. "In den Wochen vor den Sommerferien fand Sportunterricht ausschließlich im Freien statt. Aber wie kann die Umsetzung im Herbst und Winter erfolgen?" Die Antwort der Ministerin: Für den Sportunterricht gelte nichts anderes als im Klassenraum. "Hallen können genutzt werden, sie sind groß genug und der Raum kann genutzt werden." Allerdings müsse es auch hier Lösungen für kleine Gruppen geben, es müsse auf Individualsportarten gesetzt werden - und nicht auf Mannschaftssportarten.

Kranke Kinder sollen zu Hause bleiben

Laut Prien wurden den Schulträgern Mittel bereitgestellt, um zum Beispiel Trennwände oder Desinfektionsmittel anzuschaffen. Trotzem sorgen sich einige Lehrer. 20 haben bereits gegen den Präsenzunterricht geklagt. Das Land zwinge sie trotz teilweise schwerer Vorerkrankungen in den Präsenzunterricht, so die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW. Mit Unterrichtsausfällen, weil Lehrkräfte eventuell aus Sorge nicht in der Schule erscheinen, rechnet die Ministerin allerdings nicht. Man sei aber vorbereitet: Die Budgets wurden erhöht und Vertretungslehrer könnten eingestellt werden.

Die allgemeine Regelungen zum Start des Schuljahres 2020/21 unter Corona-Bedingungen können auf der Internetseite des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein eingesehen werden. Laut Prien sollen die Schulen bis zum Ende der Woche ihre detaillierten Regelungen bekannt geben. Sie betonte: "Kinder sollen nicht krank in die Schule gehen." Wer leichte Grippe-Symptome zeigt, solle zu Hause bleiben - im Zweifel den Arzt befragen. Für die Erkältungssaison wird es eine weitere Empfehlung zu einem späteren Zeitpunkt geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Moin Schleswig-Holstein – mit Mandy Schmidt und Horst Hoof | 06.08.2020 | 08:00 Uhr

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