Stand: 23.06.2020 16:57 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Schule in SH: Regelbetrieb startet nach den Sommerferien

Die Landesregierung hat am Dienstag weitere Details bekannt gegeben, wie in der Corona-Pandemie die weiteren Lockerungen im neuen Schuljahr aussehen werden. Nach den Sommerferien wird es wieder für Schüler aller Jahrgänge in Schleswig-Holstein regulären Unterricht geben - allerdings unter Corona-Bedingungen. Das Kabinett habe dem Vorschlag des Ministeriums zugestimmt, freute sich Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bei der heutigen Pressekonferenz. Der Unterricht für alle Schularten und alle Jahrgänge unter den regulären Bedingungen nach Stundentafel solle wieder stattfinden, sagte Prien. Sie betonte, dass die Fachanforderungen für den Präsenzunterricht umgesetzt werden. "Den Schülerinnen und Schülern soll das Erreichen aller Abschlüsse ermöglicht werden."

Hygiene: Unterricht in festen Lerngruppen

Das Konzept sieht vor, dass das Kohorten-Prinzip in allen Jahrgangsstufen und Schularten umgesetzt wird. "Wir werden die Schüler in geschlossenen Lerngruppen unterrichten - jedenfalls dort, wo es möglich ist", meinte die Ministerin. Für die Grundschüler heißt das, Unterricht im Klassenverband. Prien betonte, dass es im Sport- und Musikunterricht Einschränkungen geben wird. Auch die Maskenpflicht in Bus und Bahn bleibt. Für die weiterführenden Schulen werden nach Angaben der Bildungsministerin die Kohorten größer sein. Bei den älteren Schülern soll auch der digitale Unterricht stärker genutzt werden.

Neues Schuljahr startet am 10. August

Mit der Zusammensetzung in festen Gruppen lassen sich laut Prien im Infektionsfall die Kontakte und Infektionswege wirksam nachverfolgen. Das Ziel des Bildungsministerium ist mit dieser Maßnahme, dass im Infektionsfall sich die Quarantänebestimmungen nicht auf die gesamte Schule auswirken, sondern nur auf die Kohorten, innerhalb derer ein Infektionsrisiko bestanden haben könnte.

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Rahmenkonzept für das Schuljahr 2020/21 in SH

Im kommenden Schuljahr soll der Unterricht für alle Schularten und alle Jahrgänge unter regulären Bedingungen nach Stundentafel wieder stattfinden. Das Rahmenkonzept zum Herunterladen als PDF-Dokument. Download (403 KB)

Sechs Prozent der Lehrer machen keinen Präsenzunterricht

Rund 1.600 der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein stehen laut Prien nicht für einen Präsenzunterricht zur Verfügung, weil sie zur Risikogruppe gehörten. Das seien etwa sechs Prozent der Lehrer. "Unser Konzept sieht vor, dass Lehrkräfte, die nicht in Präsenzunterricht sein können, die anderen Lehrer unterstützen", sagte Prien. So sollten sie beispielsweise digitale Angebote vorbereiten oder Korrekturen übernehmen. Zum Lernsommer hätten sich bisher 146 Schulen gemeldet. Mehr als 600 Lehrer helfen dabei, den Lernsommer umzusetzen.

Prien will zehn Millionen für Schulbildung

Weiter teilte Prien mit, dass das Kabinett dem Finanzausschuss vorschlagen will, zehn Millionen Euro der Coronahilfen für den Bereich Schulbildung zu verwenden. Konkret soll das Geld zum Beispiel in zusätzliches Personal für die pädagogische Umsetzung der Digitalisierung gesteckt werden und darin, Lernrückstände aufzuholen. "Wir werden damit versuchen, das, was punktuell fehlt, ausgleichen zu können", sagte Prien.

Die Ministerin betonte, die Schulschließungen hätten "extreme Auswirkungen" gehabt. Schüler brauchten den direkten Kontakt zu Lehrkräften. "Schulpflicht geht einher mit einem Recht auf Bildung", sagte sie. Die Kluft zwischen starken und schwachen Schülern werde mit der Corona-Krise größer. Bei künftigen Pandemien müsse man diese Gruppe besser beachten. "Wir müssen in Zukunft auf Kinder und Jugendliche anders schauen, weil die Schulschließungen massive Kollateralschäden haben", sagte Prien. Das neue Schuljahr beginnt am 10. August.

Folgende Ziele für das Schuljahr 2020/21 strebt das Bildungsministerium unter anderem an:

  • Unterricht und Schulbetrieb werden auf Basis der zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen nach regulären Bedingungen geplant.
  • Schüler erreichen die in den Lernplänen formulierten Kompetenzen.
  • Alle Schüler können die angestrebten Abschlüsse erwerben.
  • Die Situation von Schülern im Übergang (insbesondere die Aufnahme in die 1. und 5. bzw. 7. Klassenstufen; Eintritt ins Berufsleben und in die berufsbildenden Schulen und das Studium) wird besonders berücksichtigt.
  • Die Förderung des Schriftspracherwerbs in den 1. und 2. Jahrgängen ist besonders in den Blick zu nehmen.
  • Betriebliche Praxisphasen und fachpraktischer Unterricht an berufsbildenden Schulen sowie die Berufs- und Wirtschaftspraktika an den allgemeinbildenden Schulen finden statt.
  • Betreuungsangebote und Ganztag finden statt.
  • Es soll so viel Präsenzunterricht wie möglich angeboten werden.
  • Digitale Lernangebote können punktuell den Präsenzunterricht im Falle eines erneuten Infektionsgeschehens ersetzen.
  • Digitale Lernangebote können bei nicht hinreichender personeller Besetzung aller Präsenzstunden den Präsenzunterricht ersetzen.
  • Der Start des Schuljahres wird durch Feststellung vorhandener Lücken durch die Lehrkräfte begleitet.
  • Eine Notbetreuung ist aufgehoben.


24.06.2020 10:22 Uhr

Hinweis der Redaktion. In einer früheren Version des Artikels hatten wir geschrieben, dass die Maskenpflicht in Bus und Bahn bleibt - sowie auf dem Schulhof und auf den Schulwegen. Das stimmt so nicht. Bildungsministerin Karin Prien sagte, dass die Maskenpflicht in Bus und Bahn bleibe. Auf dem Schulhof und auf den Schulwegen gebe es weiterhin Einschränkungen. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.06.2020 | 17:00 Uhr

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