Stand: 29.03.2020 17:25 Uhr

Schleswig-Holsteiner halten sich an Vorgaben

Zwei Frauen sitzen mit einem Sicherheitsabstand von ungefähr zwei Metern nebeneinander auf einer Bank in der Natur und unterhalten sich. © NDR Foto: Hauke Bülow
Zwei Frauen sitzen in Lübeck auf einer Bank und unterhalten sich - Sicherheitsabstand inklusive.

Viel Sonnenschein und Temperaturen von mehr als zehn Grad, zumindest am Sonnabend - der Frühling hat am Wochenende kräftig an die Tür geklopft. Normalerweise verleitet das die Menschen dazu, in Scharen nach draußen zu strömen. Das Coronavirus macht ihnen aber einen Strich durch die Rechnung. Der Blick durch die Webcams in beliebte Tourismusorte wie St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) oder Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein) zeigte kaum bevölkerte Strände. In großen Abständen sah man Menschen überwiegend allein oder zu zweit spazieren gehen. Die Schleswig-Holsteiner nehmen die Vorgaben zur Kontaktbeschränkung wegen der Corona-Pandemie offenbar ernst. Die Polizei stellte nur vereinzelt Verstöße festgestellt. Besonders im Blick hatten die Beamten Strände, Parks und Promenaden - nach Angaben der Leitstellen gab es dort gelegentlich unerlaubte Ansammlungen von Gruppen.

Polizei schickt etwa 600 Autofahrer zurück

Damit scheint der Appell von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Wirkung zu zeigen. Mit Blick auf die guten Wetteraussichten für das Wochenende hatte der Regierungschef die Schleswig-Holsteiner am Freitag erneut zum Einhalten der Corona-Regeln aufgefordert. Natürlich dürfe man an die frische Luft, aber es gehe darum, die Abstände einzuhalten und nur alleine, zu zweit oder als Familie rauszugehen. Günther hatte zudem daran erinnert, dass Touristen nicht nach Schleswig-Holstein kommen dürfen. Trotz Einreiseverbot machten sich viele - vor allem Hamburger - dennoch auf den Weg, unter anderem in die Elbmarschen. Die Polizei führe wieder verstärkt Kontrollen durch. In den Kreisen Pinneberg und Segeberg mussten die Beamten am Sonnabend rund 600 Autofahrer wieder zurück schicken.

Lockerung der Auflagen nicht in Sicht

In Bezug auf Diskussionen über mögliche Lockerungen der bestehenden Einschränkungen sagte Günther am Sonnabend, es sei verfrüht, schon jetzt darüber zu reden. "Natürlich ist es wichtig für die Menschen, Licht am Ende des Tunnels zu sehen", so Günther gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Politik muss aber sorgsam darauf achten, nicht Hoffnungen zu wecken, die am Ende nicht erfüllt werden können." In den kommenden Wochen würden Zahlen vorliegen, aus denen abgelesen werden könne, ob die bisher ergriffenen Maßnahmen Wirkung erzielt hätten. "Auf dieser Grundlage werden wir zu beurteilen haben, in welcher Weise diese Maßnahmen über den 19. April hinaus fortgeführt werden müssen", so Günther.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.03.2020 | 19:00 Uhr

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