Stand: 07.04.2020 18:52 Uhr

Ostern: Kontrollen mit Augenmaß am Hamburger Stadtrand

Schleswig-Holstein wird weiter kontrollieren, ob die bestehenden Restriktionen eingehalten werden, die eine Ausbreitung des Coronavirus eindämmen sollen. Es bleibe dabei, dass es zurzeit keine touristischen Aktivitäten von Hamburgern in Schleswig-Holstein geben soll, hieß es am Dienstag (7.4.) seitens der Regierung des nördlichsten Bundeslandes. Wenn ein Einzelner beim Spaziergang oder zwei Menschen mit dem Rad die Landesgrenze überschreiten, sei das aber kein Anlass für einen Polizeieinsatz, wurde am Dienstag noch einmal betont - wohl aber, wenn es eine ganze Gruppe macht. Auch für das Osterwochenende kündigte Regierungschef Daniel Günther (CDU) Polizeikontrollen an.

Hamburg kritisiert Kontrollen von Fußgängern und Radfahrern

Aus Hamburg hatte es harsche Kritik an Kontrollen und Zurückweisungen von Fußgängern und Radfahrern direkt an der Stadtgrenze gegeben. "Es mag am Wochenende Einzelfälle gegeben haben", wo Radfahrer und Fußgänger aus Hamburg zurückgewiesen wurden, die versehentlich die Landesgrenze übertreten haben, sagte Günther am Dienstag in einem Online-Talk des "Flensburger Tageblatts". Dies sei nun geklärt. "Das werden wir in der Form nicht generell unterbinden."

Tschentscher beruft sich auf Zusicherung aus Kiel

Laut Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat er eine Zusicherung aus Kiel, "dass diese Kontrollen (...) nicht weiter erfolgen sollen". Er sei sich nach einem Telefonat mit Günther einig, dass es nicht sinnvoll sei, Menschen, die sich im Nahbereich ihres Wohnortes an der Landesgrenze bewegten, zu überprüfen. Ziel bleibe aber weiterhin, touristische Ausflüge vor allem an Nord- und Ostsee zu unterbinden, sagte Tschentscher.

Clubs mit 30 Radfahrern gingen nicht, betont Günther

"Deshalb werden wir auch jetzt an Ostern die Kontrollen so durchführen wie am vergangenen Wochenende - mit nötigem Abstand zu den Landesgrenzen, aber bestimmt in der Sache", erklärte Günther, der am Dienstag an der Lagekonferenz der Landespolizei teilnahm. Radfahrer und Fußgänger seien kein Schwerpunkt, aber besonders Gruppenausflüge würden unterbunden. Clubs mit 30 Radfahrern dürften nicht nach Schleswig-Holstein kommen, nannte Günther ein Beispiel.

230 Autofahrer mussten umkehren

Am Wochenende hatte die schleswig-holsteinische Polizei wegen des Corona-Einreiseverbots Hunderte Ausflügler aus Hamburg wieder zurückgeschickt, als sie die Landesgrenze nach Schleswig-Holstein überqueren wollten. Unter anderem in Tangstedt (Kreis Stormarn) und Wedel (Kreis Pinneberg) mussten laut Polizei etwa 230 Autofahrer umkehren. Betroffen waren auch Radrennfahrer und Motorradfahrer. So hätten sich die Motorradfahrer in kleinen Grüppchen getroffen, hieß es. Im Rader Forst seien sogar gleich 300 Radrennfahrer unterwegs gewesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.04.2020 | 18:00 Uhr

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