Blick auf das Kieler Landeshaus. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder

Nach Druck aus SH: Corona-Novemberhilfen werden ausgedehnt

Stand: 14.11.2020 17:01 Uhr

Durch die neuesten Corona-Maßnahmen mussten im November viele Betriebe schließen. Weitere Unternehmen, die davon indirekt betroffen sind, können jetzt auf Unterstützung hoffen.

Nach tagelangem zähen Ringen und Druck aus Schleswig-Holstein sollen die Hilfen für Unternehmen, die indirekt von den November-Schließungen betroffen sind, ausgedehnt werden. Das teilte die Landesregierung am Nachmittag mit. Das gilt unter anderem für Lieferanten, Wäschereien oder Supermarktbetreiber in Touristenorten. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte nach Gesprächen mit dem Bundeswirtschaftsministerium, dass Firmen, nun bis zu 200.000 Euro Zuschuss erhalten sollen, wenn sie zwar nicht unter die sogenannte November-Nothilfe fallen, aber in diesem Monat einen Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahresmonat von mindestens 50 Prozent haben. Das sei ein riesiger Schritt nach vorn für die mittelständischen Betriebe, vor allem im Einzelhandel, so Buchholz, auch wenn er sich eine gewisse Hilfe bereits bei einem 30 prozentigen Umsatzeinbruch erhofft hätte.

Weitere Unternehmen profitieren

Neu ist außerdem, dass auch die Betriebe Hilfe bekommen, wenn sie in zwei zusammenhängenden Monaten zwischen April und Dezember mindestens 50 Prozent Umsatzausfall hatten oder mindestens 30 Prozent zwischen April und Dezember. Dort soll der Vergleichsmaßstab der jeweilige Vorjahreszeitraum sein. Die Hilfen sollen im Januar nachträglich ausgezahlt werden.

Große Lücke wird geschlossen

Die Regelung ist demnach in den Eckpunkten einer mittlerweile dritten Tranche der Überbrückungshilfen des Bundes vorgesehen. Buchholz findet, dass damit eine große Lücke geschlossen wird, unter anderem für Kaufleute in Tourismusorten, die massive Verluste durch ausbleibende Touristen haben. Die Hilfen sollen allerdings erst im Januar nachträglich gewährt werden. In den vergangenen Tagen hatte die Schleswig-Holsteinische Landesregierung den Bund wiederholt dazu aufgefordert, mit Blick auf Hilfen für indirekt vom Teil-Lockdown betroffene Betriebe Wort zu halten.

22 Milliarden Euro zusätzlich vom Bund

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einem großen Erfolg der Bemühungen seiner Landesregierung. Nach seinen Angaben wird der Bund im Rahmen der Novemberhilfe für Unternehmen, die unmittelbar von der Schließung betroffen sind, rund 14 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Mit der Zustimmung zum Gesamtpaket habe Schleswig-Holstein zugleich den Weg für die schnelle Auszahlung der Hilfen freigemacht. Für das Paket, von dem insbesondere indirekt betroffene Unternehmen profitieren sollen, werden nun bundesweit weitere 22 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. "Das ist ein Durchbruch und ein wichtiges Signal für unsere mittelständischen Betriebe im Land", sagte Günther.

Weitere Informationen
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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.11.2020 | 17:00 Uhr

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