Stand: 11.09.2020 19:15 Uhr

Mehr Verpackungsmüll in der Corona-Zeit

In Zeiten von Corona-Beschränkungen produzieren viele Haushalte deutlich mehr Müll. Aufgrund von Homeoffice-Möglichkeiten werden die eigenen vier Wände seltener verlassen, schnell wird zum Telefonhörer gegriffen und Essen bestellt. Das Ergebnis: Häufig stellen Haushalte einen gelben Sack mehr an die Straße als normal. Besonders gemerkt haben das die Mitarbeiter der Müllabfuhren im Land. "Als die Pandemie anfing, hatten wir 50 bis 60 Prozent mehr Müllaufkommen", sagt Benjamin Gebhardt-Schmidt, Kolonnenführer beim Recycling-Unternehmen Remondis. Laut Gebhardt-Schmidt dauerten die Touren mit dem Müllwagen deutlich länger.

Rolle rückwärts zur Einweg-Verpackung

Geschäfte, die Kaffee zum Mitnehmen anbieten, mussten zwangsläufig mehr Müll produzieren. Mehrweg-Becher der Kunden durften aus Infektionsschutz-Gründen nicht befüllt werden. "Insgesamt bei Verpackung ist es natürlich so, dass wir keinerlei Gefäße, Tüten, Verpackungen, Beutel oder Becher von Kunden annehmen konnten", erläutert Andreas Vorbeck, Inhaber der Bäckerei Lyck in Kiel. Die Folge: eine Rolle rückwärts zum Einweg-Verpackungsmüll.

Pfandbecher-System in Kiel startet wieder

Dabei möchte Vorbeck beispielsweise eigentlich seinen Teil zum Klimaschutz beitragen. Schon vor der Pandemie hat er mit seinen Kieler Berufskollegen ein Pfandsystem für Kaffeebecher gegründet. Das wurde zunächst nur schleppend angenommen und musste dann in die Corona-Zwangspause. Jetzt wollen sie es nochmal versuchen und so dabei helfen, wieder weniger Müll zu produzieren. Auf einigen Wochenmärkten in Kiel zum Beispiel gibt es das Mehrweg-Bechersystem bereits wieder.

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Schleswig-Holstein Magazin | 11.09.2020 | 19:30 Uhr

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